Statuswettbewerb

Zu den Axiomen von Philosoph Paul Watzlawick gehören diese beiden: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ und „Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt“.

Welche Rollenkonzepte kommen hier in Wechselwirkung?

Selbst Schweigen ist ein Statement innerhalb jenes Statuswettbewerbes, dem man sich nur entziehen kann, indem man – wie ein Eremit – menschliche Gemeinschaft jeglicher Art verläßt. Was sozialer Status ist, muß ich hoffentlich niemandem erklären.

Das lernen wir im Aufwachsen. Es ist dabei egal, welcher Kultur wir angehören. Was mit Status und Ethos gemeint ist, erfahren wir mindestens aus dem Verhalten unserer Mitmenschen. Je nach Ethnie unterscheiden sich freilich die Statusmitteilungen. Dafür sind die Felder Kunst und Kultur mit all ihren Mitteilungen und Selbstdarstellungen äußerst aufschlußreiche Gebiete.

Wenn ich von sozialem Status schreibe, meint das natürlich nicht eine Hierarchie der Menschen, sondern eine Staffelung verschiedener Rollenkonzepte und Rollen. Unsere Übereinkunft, daß alle Menschen frei sowie gleich an Würde und Rechten geboren seien, schließt nicht aus, daß wir in unseren Rollen sehr verschiedene Level bevölkern.

Heute in der Erinnerungsmaschine von Facebook.

Die Rollenkonzepte sind jeweils mit materiellen und immateriellen Güter unterfüttert; oder von deren Mangel geprägt. Darüber zu debattieren handelt unter anderem davon, die Level von Sendung und Empfang zu identifizieren. Man kann gleichrangig sein, muß deshalb nicht gleichgesinnt oder gar gleichgestellt sein. Man kann sowohl in materiellen, wie auch in immateriellen Belangen einen hohen Status einnehmen, eine mittleres oder niederes Level verkörpern.

Ich muß das hier für meine Zwecke nicht enger definieren. Wir kennen alle Situationen wie diese: Eine fachliche Hochkaräterin spricht mit einem Schnösel, der eigentlich keinen Tau von der Materie hat, sich aber aufplustert. Ein Beispiel für das Set „hohe Senderin/niederer Empfänger“.

Es kann auch davon handeln, daß die hohe Senderin eine Statusmittelung macht, die der niedere Empfänger gar nicht zu entschlüsseln, zu verstehen mag. Deshalb wird er vielleicht die fachliche Überlegenheit seines Gegenübers nicht erkennen können und sich für ebenbürtig halten. In anderen Varianten werden Statusmitteilungen schlicht gefälscht, um Zugehörigkeit zu simulieren. Wie eingangs erwähnt, Kunst und Kultur bieten da ein reiches Ereignisfeld. [Vorlauf: „Teure und billige Status-Signale“]

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