Die Postbotin mit dem Erzberg

Vormittags hab ich kaum je mit Menschen zu tun, da es in meinem Büro keinerlei Parteienverkehr gibt. (Termine außer Haus sind ein anderes Thema.) Ich neige auch wenig zu Telefonaten. Wenn sich also vor 12:00 Uhr was tut, hat es meist mit der Post zu tun. So auch jüngst zum Wochenauftakt.

Die Postbotin kam mir mit zwei Paketen auf dem Arm entgegen und rief mir auf dem Weg schon zu: „Hast du Steine bestellt?“ „Ich hab gar nichts bestellt.“ Blieb also die Frage, womit sie sich da abschleppte. Da fiel es mir ein: „Ah! Bücher!“ „Sind die aus Glas?“ „Warum?“ „Na, nicht werfen und nicht naß machen. Die sind zerbrechlich, was?“ Das fordeten zwei massiv rote Aufkleber.

So konnte ich dann sehr erheitert auf den Küchentisch packen, was mir Martin Ortner und Franz Straka von der Railway Media Group an Auswahl geschickte hatten. Ein feiner Überblick in Sachen Eisenbahngeschichte. Nun werde ich mich in dieses Stück unserer Mobilitätsgeschichte vertiefen, wobei vor allem der große Band „Eisenbahnen am steirischen Erzberg“ weit in unsere Geschichte hinein verweist.

Was in jüngeren Darstellungen als Steirischer Brotlaib gedeutet wurde, war in der Antike die Quelle des Norischen Eisens. Das bezieht sich auf die römische Provinz Noricum, von dem auch die Pferderasse der Noriker ihren Namen bezogen hat.

Aus dem Buch „Eisenbahnen am steirischen Erzberg“

Das betont zwei wesentliche Themen unsere Sozialgeschichte: Metallurgie und Zugkraft. Wir machen uns heute nicht mehr so gerne klar, daß es die Industrialisierung war, dank derer die einst so rückständige Region Steiermark zu einem wohlhabenden Lebensraum werden konnte. Land- und Forstwirtschaft hätten das nicht bewirken können, weshalb zum Beispiel speziell die Oststeiermark lange als ein Armenhaus der Monarchie galt.

Salz und Eisen sind historisch wichtige Handelsgüter, auch wenn man das den Branchen heute nicht mehr anmerken kann. Die Stahlindustrie wurde im Steirischen ein maßgeblicher Wirtschaftsfaktor, wie sie auch durch die ganze Mobilitätsbranche bis heute erheblichen Rang hat.

Damit ist nun das Thema berührt, welches ich mit Martin Ortner, Franz Straka und Rene Wachtel zu bearbeiten beginne. Ein „Jubiläumspaket“ zum Steyr-Puch 700 AP Haflinger, der 1959, also vor nun fast 60 Jahren, auf den Markt kam.

Das ist eine durchaus überschaubare Geschichte, die aber eben in diesem großen geschichtlichen Zusammenhang steht; nicht bloß weil die Haflinger als Pferde quasi die kleinen Kumpel der Noriker sind, zu denen auch die Pinzgauer zählen…

— [Der Haflinger, das Projekt] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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