Kunstsymposion: Vaterländische Kuriosa

Es bedarf ausdauernder Wiederholung: Die Kunst ist kein „Mittel um zu…“! Sie ist keine soziokulturelle Reparaturanstalt, um Schäden zu beheben, die eine Gesellschaft zuließ.

Aber unser alljährliches Kunstsymposion ist immer nur zum Teil der Gegenwartskunst gewidmet, sehr wesentlich auch ihren Rahmenbedingungen. Zu diesen Rahmenbedingungen gehört das geistige Klima eines Landes, einer Region, eines Ortes.

Vaterländische Konzeptlosigkeit (Quelle: Facebook, )

Vaterländische Ratlosigkeit angesichts einer globalisierten Welt (Quelle: Facebook, „Österreich bleibt Rot Weiß Rot“, 2.7.2016)

Rund um die heurige Wahl eines Bundespräsidenten erhalten wir jede Gelegenheit, über diese klimatischen Fragen und den Zustand des Landes unverzügliche Auskunft zu erhalten.

Mir ist allein schon in Gleisdorf aufgefallen, daß die Frage nach unserer Zukunftsfähigkeit mit erstaunlichen Polemiken in den Graben gefahren wird. Das leisten aber nicht nur vaterländische Kräfte, welche sich an einer Vorstellung des Unterganges dieses Abendlandes erregen.

Und dann? Goethe als Rauchzeichen bei einem Crash der Ex-Maturanten? „Patrioten“ bieten mir einen Vorgeschmack, welche Abschätzigkeit, ja auch Bösartigkeit, aus ihnen hervorbrechen kann, wo kulturelle und soziale Schranken das nicht bremsen.

Bildungsbürgerliche Schockstarre (xxxx)

Bildungsbürgerliche Schockstarre:  So gut kennen Sie Ihren Goethe? Also gar nicht?  (Quelle: Facebook, 3.7.2016)

Menschen mit mehr Raffinesse und einem erkennbar höherem Talent, auch komplexere Zusammenhänge zu verkraften, erscheinen mir in der Wortwahl zurückhaltender, aber an manchen Stellen ebenso bestürzend orientierungslos wie die vaterländischen „Heimatschützer“.

Ich kann das als Kulturschaffender nicht ignorieren, bin freilich noch unschlüssig, wie weit ich das auch zu einem Teil unseres Kunstsymposions machen soll, muß. Ich will das Symposion auf jeden Fall damit in Verbindung bringen, denn es ist unser alljährliches Schwerpunktprojekt in Sachen regionaler Wissens- und Kulturarbeit.

Daher also vorerst nur diese Themenleiste „In der Ebene: Gleisdorf“ [link]

P.S.:
Die vaterländische Grafik bedarf keines Kommentars, die mit dem angeblichen Goethe-Zitat sehr wohl.

Goethes Todesjahr 1832 steht außer Diskussion. Ich möchte als bekannt voraussetzen, daß Europa DANACH, 1848, einige bürgerliche Revolutionen erlebt hat, welche erst einmal Wege ebneten, um ein Begriffspaar wie jenes — Demokratie/Diktatur — begreiflich zu machen. Was ist also mit einem Bildungsbürgertum also, das sich mit solchem Schmonzes behängt?

— [Kunstsymposion] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffend
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