Mythos Puch: In Albersdorf

Sie dürfen davon ausgehen, daß wir es bei der Foto-Session im Landcafé von Albersdorf recht lustig hatten. „Mythos Puch“ handelt ja — neben einigen ernsthaften Sachthemen — unter anderem auch von männlicher Maschinenverliebtheit, der sich manche Frauen gelegentlich anschließen. Aber was steckt in Summe dahinter?

Von Links: Journalistn Ulla Patz, Autor Martin Krusche, Bürgermeister Christoph Stark (Gleisdorf)

Von Links: Journalistn Ulla Patz, Autor Martin Krusche, Bürgermeister Christoph Stark (Gleisdorf), Unternehmer Ewald Ulrich, Bürgermeister Robert Schmierdorfer (Albersdorf),S-Tec-Exponent Franz Braunstein

Nun erlebten wir als mächtiges Zentrum des Gruppenbildes kein geschmeidiges Lifestyle-Produkt in aktueller Modefarbe, sondern eine der härtesten Blockhütten, die das Metier zu bieten hat. Franz Braunstein von der S-Tec hatte dieses blütenweiße Kraftpaket mitgebracht, einen Puch G, dessen Entstehung vor über 30 Jahren noch von der historischen Steyr-Daimler-Puch AG realisiert wurde.

Nun ist „Mythos Puch“ aber nicht gedacht, das Automobil, einen Generalfetisch unserer Kultur, zu preisen. Es geht darum, die Geschichte des Kults begreiflich zu machen und auf einen wesentlichen Aspekt zurückzuführen. Ein Teilthema des 2015er Kunstsymposions, zu dem diese Veranstaltung gehört, trägt den Titel „Die Ehre des Handwerks“.

Gibt es ein Handwerks-Ethos das wir beachten sollten? Wie steht es um die individuelle Qualität, eine Sache um ihrer selbst Willen gut machen zu wollen? Was zählen solche Überlegungen in unserer Zeit?

Die Bürgermeister Erwin Eggenreich (links) Und Christoph Stark

Die Bürgermeister Erwin Eggenreich (links) Und Christoph Stark

Im Korridor zwischen Gleisdorf und Weiz sind etliche hochkarätige Industriebetriebe angesiedelt. Der Gewerbepark Albersdorf-Prebuch, dessen Mitwirkung „Mythos Puch“ heuer möglich macht, hat auf diese Themenstellung reagiert.

Was uns als kulturelle und wirtschaftliche Fragestellung gleichermaßen interessiert: Welche Bereiche der Handfertigkeit und des handwerklichen Könnens sollten wir unbedingt bewahren, weil uns deren Verlust noch teuer zu stehen kommen könnte?

Dem gegenüber ist ebenso zu klären, welche Bereiche wir den Archiven der Kultur übergeben dürfen, weil sie langsam Geschichte sind und über neue Tehnologiesprünge hinweg nicht mehr gebraucht werden.

Geistloses Bewahren ist ebenso nutzlos, wie vorschnelles Abräumen.

Mit dem Gleisdorfer Bürgermeister Christoph Stark und dem Weizer Bürgermeister Erwin Eggenreich waren zwei hochrangige Funktionstragende der Energieregion Weiz-Gleisdorf mit von der Partie. Sie betonten das Thema individueller Mobilität und was da an nötigen Neuorientierungen auf uns zukomme. Davon wird noch zu berichten sein.

Unternehmer Ewald Ulrich hat skizzierte, was Unternehmen von der Kooperation mit Kunstscahffenden profitieren können, was sich dabei an gemeinsamen Interessen auftun kann und welche großen Themen die nächsten Jahrzehnte zur gemeinsamen Bearbeitung für vor uns liegen.

Von links: Journalist Herbert Kampl, gastgeber Robert Schmierdorfer und Medienfachmann Helmut Römer

Von links: Journalist Herbert Kampl, Gastgeber Robert Schmierdorfer und Medienfachmann Helmut Römer

Einen sieht man auf dem Foto nicht, weil er es gemacht hat: Helmut Römer (der römer: die medienagentur). Schaut so aus, als würde er noch länger an uns dran bleiben wollen. Weshalb? Weil sich all das in seiner komplexen Thematik auch für ihn sehr interessant entwickelt.

Man hat dem Albersdorfer Bürgermeister Robert Schmierdorfer angemerkt, wie seine Gedanken rattern und klicken. Da rastet was ein, dort tut sich was auf. Ich sehe schon, in diesem blühenden, rumorenden Korridor läßt sich einiges machen, bei dem sehr unterschiedliche, vielfältig inspirierte Leute mitziehen werden.

+) Mythos Puch [link]

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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