April-Festival 2013: Lehmanns Lebhaftigkeit

Winfried Lehmann wurde in den 1930ern geboren, hat also seine Jünglingstage schon ein Weilchen hinter sich. Ich erwähne das, weil seine Neugier und sein Tatendrang sehr viel lebhafter daherkommen als von manchen Leuten, die halb so alt sind wie er.

Bildhauer Winfried Lehmann

Natürlich hat er schon allerhand von der Welt gesehen und kennt das Leben. Als wir 2012 eine Ausstellung in Pischelsdorf besuchten, wo „10days10artists“ im „Kulturstock 3“ der Initiaive „K.U.L.M.“ Station machte, überraschte mich Lehmann mit der Feststellung: „Hier habe ich einmal gearbeitet.“ Genau in dem Raum, wo wir eben standen. Das lag Jahrzehnte zurück; der „K3“ ist das Dachgeschoß einer ehemaligen Schuhfabrik.

Dazwischen lag auch seine Zeit im Südafrika, doch nun lebt Lehmann wieder in der Oststeiermark, über Ludersdorf, nahe dem Schloß Freiberg. Dort, im Gemeindezentrum von Ludersdorf, hatte der aktive Bildhauer schon im Vorjahr eine Station des „April-Festivals“ ausgerichtet. Und das, nachdem er mir ursprünglich versicherte: „Dieses Organisieren liegt mir gar nicht.“ Das sieht heute ganz anders aus.

Lehmann war von der Ambition bewegt, der kleinen Gemeinde wachsende kulturelle Akzente zu geben. Also blieb ihm keine andere Wahl. Er lenkte seine Wißbegier auf jene Kompetenzbereiche, die nun nötig wurden. Das betrifft auch eine umfassendere Nutzung von Internet-Möglichkeiten, die Vorbereitung von Druckwerken etc. Und natürlich jene aufwendige Kommunikationsarbeit, die nötig ist, um ein komplexes Kunstereignis umzusetzen.

Lehmanns Guantanamo-Memento

Doch im Zentrum steht seine bildhauerische Arbeit. Die widmet er heuer einem Thema, das ihn nachhaltig bewegt: Das große Unrecht, dem viele Menschen im amerikanischen Folter-Camp Guantanamo ausgeliefert waren, steht wohl exemplarisch dafür, daß wir uns auch bei modernen Demokratien nicht sicher sein dürfen, Menschenrechte als unteilbar und als unverbrüchlich gewahrt zu wissen.

So hat Lehmann eine Arbeit begonnen, die beim „April-Festival“ gezeigt werden wird und die er dem Präsidenten Amerikas als Geschenk überlassen möchte.

— [April-Festival 2013] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
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