Ich muß akzeptieren, daß sich auf dem Boulevard gegen übliche Strategien zur Umsatzsteigerung von Zeitschriften direkt kaum etwas ausrichten läßt. Da haut publizistisches Personal Kerbe um Kerbe in unsere Gesellschaft.

Ich muß akzeptieren, daß sich auf dem Boulevard gegen übliche Strategien zur Umsatzsteigerung von Zeitschriften direkt kaum etwas ausrichten läßt. Da haut publizistisches Personal Kerbe um Kerbe in unsere Gesellschaft.

Es ist in unserer Kultur sehr verbreitet, über Menschen zu verfügen, indem man über ihre Körper verfügt. Das beginnt nicht erst mit dem physischen Zugriff. Es beginnt mit dem, was Philosophin Elisabeth List als die „Politik der Benennung“ analysiert hat.

„Habe sie geliebt!“ Na freilich hat er. Das glaube ich ja sofort, denn ich bin hier der Dorfdepp. Bliebe noch zu klären, was einem Headliner durch den Kopf geht, wenn er so eine Zeile auf die Eins eines Massenblattes wuchtet.

Wenn wir das, was der Fall ist, nicht korrekt zu bezeichnen vermögen, haben wir keine tauglichen Begriffe. Wenn wir keine tauglichen Begriffe haben, wissen wir nicht, wovon wir reden.

Ich hab gestern ein Zitat als Tondokument aus dem Web gezogen, das möchte man für erfunden halten. Ist es aber nicht. Der Originalton eines jungen Mannes aus dem Genre Reality TV/Doku-Soap.

Soll ich annehmen, jener Teil der steirischen Gesellschaft, welcher bei Laune auf Frauen und Mädchen losgeht, habe sich geläutert, verändert? Wohl kaum.

Wir haben aus dem antiken Griechenland ersten Ideen von Demokratie überliefert bekommen, die Praxis kritischer Debatten und einen konsequenten Umgang mit dem Zweifel.

Die Dichte einschlägiger Meldungen der letzten Tage überfordert mich inhaltlich und emotional. Ich denke mir dazu: Das brauche ich ohnehin nicht ausführlich zu kommentieren.

Es gibt nicht gar so viele Themen, bei denen ich der Möglichkeit traue, die ganze Sache auf zwei Positionen herunterzuregeln.


Dieses Jahr, in dem mehrere Wahlkämpfe stattgefunden haben, bot uns große Gesten des politischen Personals, um uns über den Zustand der Welt hinwegzutrösten. Da war auch nicht zum ersten mal von einer österreichischen „Leitkultur“ die Rede, welche mir bis heute niemand näher erklären konnte. Dagegen hat mir dieses wuchtige Thema erneut in den Wahlkämpfen gefehlt: die hohe Dichte an Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Hier einige Notizen zu diesem Thema.
+) Österreichs Guerilla I
+) Österreichs Guerilla II
+) Österreichs Guerilla III
+) Österreichs Guerilla IV
+) Österreichs Guerilla V
+) Eva Surma: Frauen im Literaturbetrieb
+) Österreichs Guerilla VI
+) Österreichs Guerilla VII
Da ich mich mit diesen Umständen nicht arrangieren will, sind Überlegungen nötig, wie ich mich orangieren kann. (Dies ist ein Teilbereich meiner Kolumne „Rechtsruck“, in der ich vor allem zur Debatte stelle, was mir innerhalb des Kulturvölkchens auffällig erscheint.) [Orange 2025]
Orange the World
+) Bundeskanzleramt
Zurück zur Startseite
+) Rechtsruck