Das Jahr 2025 hat zweierlei deutlich gemacht. Die kulturpolitische Krise der Steiermark wurde umgehend auch zu einer kulturpolitischen Krise Gleisdorfs und der Region.

Das zu bejammern ist nutzlos, außer vielleicht, um der individuellen Spannungsabfuhr zu dienen. Ich meine, darauf muß von der Basis her vor allem einmal inhaltlich und strategisch reagiert werden. Das bedeutet unter anderem, wir primären Kräfte des Kunstgeschehens haben zu überdenken, wie sich mit unseren eigenen Ressourcen etwas von dem kompensieren läßt, was staatliche Budget- und Struktureinbrüche weggerissen haben.
Denn das wissen wir inzwischen verläßlich, von staatlicher Seite kommen keine rettenden Maßnahmen; außer eine Menge Wohlfühlsätze voller schöner Worte. Das fordert vor allem einmal, die eigenen Kompetenzen zu ordnen, zu erweitern, und die persönlichen Modi zu adaptieren.
Konkretes Detail
Wir haben im Raum Gleisdorf erlebt, daß die Kommune ihr Stadtjournal von zwölf auf vier Ausgaben runtergefahren und im Rathaus die Arbeitszeit für den Kulturbereich massiv reduziert hat. Wie reagiert das Kulturreferat? Mit Sprücheklopferei. Konkrete Kompensationsmaßnahmen? Keine.
Diverse Regionalblätter stehen wirtschaftlich unter Druck und sind für uns kein Garant, ein regionales Publikum in Sachen Kunst anzusprechen. Es hat sich aber in den letzten zwei Jahren unserer Praxis gezeigt, daß wir via Internet selbst sehr gut für unsere Publikum sorgen können. Das konsequent zu bearbeiten, kombiniert mit traditionellen Kommunikationsmitteln (Flyers, Plakate etc.) bewährt sich.
Ich kann nicht feststellen, daß es regional etwas wie „die Szene“ gäbe, welche in Maßnahmen und Diskurs auf den Status quo des Landes in irgendeiner anregenden Weise reagieren würde. Es gab einen Alarmismus-Schub in den Medien, mehr sehe ich nicht. Bei all dem finden sich keinerlei erkennbare Zeichen einer strategischen Vernetzung oder was auch immer da heuer schon behauptet wurde. Viel Gerede, kaum Ergebnisse.
Aber vielleicht ist das die gute Nachricht, denn so wird deutlich, wie sehr das Milieu nun auf eigene Kompetenzen angewiesen ist. Das könnte zu einem Innovationsschub anregen, denn wir befinden uns in einer Zeitenwende. Dabei werden wir uns auf viele gewohnte Verfahrensweisen nicht mehr verlassen können.

Konferenz in Permanenz: Bewährte Praxis
Wir treffen uns im Gleisdorfer „Kulturraum“, um in einer offenen Gesprächssituation erreichbar zu sein, in welcher Fragen zur autonomen Kulturformation „Archipel“ Antworten finden können. Wir, das meint konkret: Martina Brandl (Malerin), Martin Krusche (Autor) und Richard Mayr (Fotograf).
Freitag, 6. November 2026, ab 17:00 Uhr
im Gleisdorfer „Kulturraum“
Weizerstraße 4, 8200 Gleisdorf
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