Gleisdorf: Der Lembacher-Faktor III

Wer 2026 den Wahlkampf für 2030 eröffnet, weil er Bürgermeister werden möchte, nachdem ja im März 2025 gerade erst gewählt wurde, zeigt also einigen Ehrgeiz.

Wer Andersdenkende nicht erträgt…

Wer sich zutraut, für eine Stadt mit rund 11.500 Seelen solche Verantwortung zu übernehmen, sollte mit allerhand Kompetenzen gut gerüstet sein. Solche Kompetenzen demonstriert man, indem man Kultur und Sport gegeneinander ausspielt? Lustig!

Noch dazu mit dem verfälschten Zitat eines römischen Dichters (die „Mens sana-Sache“) und mit Budget-Zahlen, die mit Gleisdorf überhaupt nichts zu tun haben. Zitat: „Es wird viel Geld in die Hand genommen, um Kunst- und Kulturaktivitäten zu fördern.“ Das trifft auf die Bundesebene zu, wo Bundestheater, Museen etc., große Budgets binden.

In Gleisdorf ist es genau umgekehrt, da werden die Vereine Sport:Kultur aus öffentlichen Mitteln im Verhältnis 3:1 kofinanziert. Der Bürgermeister-Anwärter hat also Probleme mit den Fakten. Was er noch unerwähnt läßt, ist eine dunkle Seite des Sportgeschehens.

Harald Lembacher schrieb bezüglich der leiblichen Ertüchtigung: „…obwohl dies gerade für die körperliche und damit – siehe oben Einleitung – auch geistige Entwicklung unserer Jugend immens vorteilhaft wäre.“ Ich bestätige als 70jähriger Mann gerne, daß Bewegung über Alltagserledigungen hinaus sehr wichtig ist, um ein gutes Leben zu haben. Nicht nur für die Jugendzeit, für jeden Lebensabschnitt.

Aber diese fixe Verknüpfung von Sport und intellektueller Leitungsfähigkeit zu behaupten ist Mumpitz. Worüber Lembacher weiters schweigt, ist die Tatsache, daß uns Menschen Sport in angemessener Form zwar allemal gut tut, jedoch die Begeisterung für Sport auch sehr menschenverachtende Seiten hervorbringt.

Es könnte einem schlecht werden, was da so an Gewaltphantasien im öffentlichen Raum Gleisdorfs auftaucht. Darunter sogar Maximalempfehlungen wie „Schlagt die Austria tot!“ Das muß gar nicht weiter kommentiert werden, dieses obszöne Zeugs spricht für sich.

[Hegemonie: Themenübersicht]

Postskriptum
Ich fände es begrüßenswert, wollte der Kulturausschuß der Gemeinde Gleisdorf sich einmal sachlich zu solchen Umtrieben im öffentlichen Diskurs äußern. Es sollte ja eine Art kulturelles Leitbild der Stadt geben, das der Politik zur Orienterung für den Einsatz öffentlicher Mittel dient.

PPS
Vom eingangs erwähnten römischen Dichter, nämlich Juvenal, stammt auch: „Eine Gesellschaft von Schafen muss mit der Zeit eine Regierung von Wölfen hervorbringen.“

Sportbegeisterte: Keine Meinungsäußerung, eine strafbare Handlung.