Gleich vorweg: Wir sind im Regionalgeschehen gut beraten, wenn wir uns über verfügbare Medienkanäle kontinuierlich um unser Publikum kümmern; und zwar kreuzweise vernetzt.

Damit meine ich genau nicht: „Mach ma eine WhatsApp-Gruppe“, sondern ein laufendes Erzählen, öffentlich im Web. Das kann ganz unterschiedliche Formen annehmen. Ein Herstellen von Sichtbarkeit wird uns von traditionellen/regionalen Medien kaum noch abgenommen. Da eine private Kulturformation keinen Redaktionsbetrieb einrichten kann, ist das ein Fall für kollektive Praxis.
150 bis 250 Aufrufe sind bei Kulturthemen zufriedenstellend.
Fragt man heute nach der durchschnittlichen Aufmerksamkeitsspanne des Menschen, ist von 8,25 Sekunden die Rede. Wenn folglich eine meiner Glossen rund zehn Minuten Lesezeit verlangt, habe ich auf dem Boulevard schlechte Karten.
In Nischen läßt sich etwas mehr erreichen. Da gewinne ich natürlich sehr viel weniger Menschen für die nötige Lesezeit, aber ich orientiere mich nicht am Thema Influencer. Dieses Geschäftsmodell handelt von Reichweiten jenseits dessen, womit ich beschäftigt bin und was mir nötig erscheint.
Zur Orientierung
Bei „Statista“ nennt man am Beispiel von Instagram jene Leute „ Mikro-Influencer“, die 10.000 bis 50.000 Followers haben. Ich erlebe auf Facebook manchmal, daß einer meiner Beiträge 10.000 bis 50.000 Aufrufe hat. Das bedeutet aber als singuläres Ereignis fast nichts, außer mir Hinweise zu geben, welche Themen auf dem Boulevard zünden.
Der untypische Boulevard-Ausreißer und die gute regionale Quote.
Vor allem ist sowas mit komplexeren Kulturthemen nicht erreichbar. (Muß es aber auch nicht.) Das aktuelle Exempel eines kurzen Höhenflugs hab ich mit einem heimeligen Boulevard-Thema erlebt. Als bekennender Automobil-Paparazzo poste ich laufend interessante Fahrzeuge, überwiegend mit dem Prädikat „Downtown Gleisdorf“.
Mein jüngster Spitzenreiter ging am 23.05.2026 um 17:20 Uhr online. Am 25.05.2026 hatte die Glosse um 13:45 Uhr 71.017 Aufrufe hinter sich. Die optimale Mischung: der exotische KTM X-Bow und ein Kleinkind.
Zum Vergleich
Ich bin sehr zufrieden, wenn ich mit Kulturthemen 150 bis 250 Aufrufe bekomme. Das Beispiel zur Gleisdorfer Kulturpolitik mit 605 Aufrufen verdankt sich wohl lokalem Interesse und ist untypisch. Die 576 zu meinem Bachmann-Projekt haben mich überrascht. (Das ist eventuell ausbaufähig.)

Was nützen mir diese Zahlen? Sie geben mir eine grobe Orientierung, was mit meinem Publikum möglich ist, was thematisch geht. Den Ausreißer mit den 71.017 Aufrufen werte ich bloß als Kuriosität ohne weiteren Nutzen für unsre regionale Wissens- und Kulturarbeit.
+) Gleisdorf: Kulturpolitik (Übersicht)
+) Netzkultur (Ein Praxis-Feld)



