Kulturpolitik: Gleisdorfs Status quo?

Was Gleisdorfs Kulturbetrieb angeht, kann man durchaus sagen: Da brennt das Dach. Wie reagiert darauf jene Basis Kunst- und Kulturschaffender, welche nun über Jahre per „Kulturpakt Gleisdorf“ in Erscheinung getreten ist?

Wie nett wäre ein Fantasie-Gleisdorf ganz nach unseren Wünschen?

Ich darf annehmen, die Leute erholen sich bei einem kleinen Winterurlaub von diesem Schrecken. Ich finde derzeit an der Basis keinerlei nützliche Diskursbeiträge. Sollen wir uns drauf verlassen, daß Politik und Verwaltung das alles für uns regelt?

Am 10. Dezember 2025 gab es die erste Rückmeldung zur öffentlichen Umfrage „Zukunft des Kulturpakt Gleisdorf“, von Kulturpakt-Beauftragten Eva Lassnig online gestellt. Am 17.12.2025 wurde die vorerst letzte Stellungnahme raufgeladen. Seither schweigt die zivilgesellschaftliche Basis der regionalen Kunst- und Kulturschaffenden. Am 2. Jänner 2026 teilte Gleisdorfs Kulturreferent Karl Bauer via Facebook mit: „Aus kulturpolitischer Sicht laufen derzeit intensive Gespräche, in 10 Tagen gibts wieder Neues…!“

Eigenverantwortung
Ich habe an verschiedenen Stellen schon darauf hingewiesen, daß seriöse Wissens- und Kulturarbeit einer konsequenten inhaltlichen Arbeit bedarf, Planung notwendig macht, und sich auf eine nachvollziehbare kulturpolitische Position stützen sollte.

Die regionale Szene bietet diesbezüglich einige Kuriositäten. So reagierte Puppenspielerin Elfi Scharf auf die eingangs erwähnte Umfrage etwa mit folgendem Statement: „Wir leisten unseren Beitrag!! Was ist mit der Kommune/dem Staat!? Mit Steuern sollten sie in unserem Sinne steuern!! Warum entgehen uns immer noch Millionen und Milliarden aus der Reichensteuer, Finanztransaktionssteuer und Co.? Warum zahlen Multinationale Konzerne noch immer keine Steuern bei uns, obwohl sie Milliardengewinne erzielen?“

Ich frage nun: Was daran hat derzeit einen konkreten Nutzen und einige Relevanz als Beitrag, um die kulturpolitische Krise Gleisdorfs von der Basis her abzumildern? Null! Ich halte derlei Stellungnahmen für politisches Karaoke. (Der Klassiker: „Die anderen sollen ihr Verhalten ändern, damit es uns besser geht.“)

Mir fehlt darin jeglicher Hinweis auf ein Portiönchen jener Eigenverantwortung, die wir alle jenseits unserer Pubertät übernehmen müssen; auf welche Art auch immer. Konkret lautet heute eine der dringenden Fragen: „Was werde ich tun, um auf die Krise zu antworten?“ (Wenn sich das zu einem Wir entwickeln ließe, umso besser.)

Was hat sich verändert?
Ich meine, diese Arbeit muß mit einem klaren Befund beginnen, folglich mit einer möglichst stichhaltigen Problembeschreibung. Was genau ist der Status quo? Ich hab in einer aktuellen Archipel-Glosse notiert: „Denn wie sollten wir an der Basis an Problemlösungen arbeiten, wenn wir das Problem nicht genau kennen?“ [Quelle]

Wir arbeiten seit dem 26. Juli 2022 am Archipel als Beispiel einer autonomen Best Practice auf der Höhe der Zeit.

Also hab ich mir zum Beispiel die Kulturförderungen des Landes Steiermark für jenen Teilbereich Gleisdorfs angesehen, der sich einigermaßen mit dem Genre „Kulturpakt Gleisdorf“ assoziieren läßt. (Das betrifft nur einen Teilbereich der Subventionen.) Wenn wir wissen wollen, wie groß die budgetären Probleme sind, die auf uns zukommen könnten, sollten wir wissen, was wir bisher grundsätzlich hatten. Mit unter anderem solchen Informationen kann man taugliche Strategien entwickeln.

Meine Recherche zeigt für diesen Gleisdorfer Teilbereich und das Zeitfenster zwischen 2013 und 2024 seitens des Landes ein Subventionsaufkommen von € 356 778,16. Ich werde das in der nächsten Glosse noch genauer darlegen. [Fortsetzung folgt!]

+) Vorlauf
+) Gleisdorf: Kulturpolitik (Übersicht)

Postskriptum
Gleisdorfs Kulturreferent Karl Bauer notierte am 5. Jänner 2025 im Facebook: „Was die öffentlichen Gelder für die Kultur betrifft, wird es auch im neuen Jahr nicht besser werden…“