Kulturspange: Roadbook

Ich hab in letzter Zeit mit Heimo Müller schon erste Seiten unseres „Roadbook“ aufgeschlagen. Aber was ist das für eine Begriff? Rallye-Fans kennen das Wort. Das „Streckenbuch“ wird auch „Gebetbuch“ genannt und ist eine wegweisende Erzählung in Skizzen und Notizen. (Metapherngeschäft!)

Heimo Müller (links) und Martin Krusche im "Roadhouse"

Es geht im Kern um ein mobiles Medienlabor, also ein komplexes Equipment, plus die Medienkompetenzen, über die wir verfügen. Aber was wäre so eine Gesamtausstattung ohne die Stoffe, die wir zu erzählen haben?

Und es geht darum, daß mich seit etlicher Zeit die Idee beschäftigt, Atelier und Werkstatt stärker zu verknüpfen. Auch das ist fast schon metaphorisch gemeint. Eine unserer Konferenzen beim vergangenen Kunstsymposion wies in die Richtung: „Wir bearbeiten das Kräftespiel zwischen Werkstatt, Atelier und Museum/Galerie, zwischen privatem Raum und öffentlichem Raum.“ [Quelle]

Als ich Anfang Dezember mit Wissenschafter Günther Marchner in Klausur [link] ging, um den Status quo der „Kulturspange“ zu präzisieren, haben wir unser Arbeitsvorhaben in kollektiver Kulturpraxis auf mehrerer Raum-Typen bezogen, wovon einer der „Raum im Raum“ ist und überdies mobil, nämlich das „MML: Mobile MedienLabor“ von Heimo Müller. Siehe dazu: [link]

Diese Zusammenhänge haben schon eine Vorgeschichte in Konferenzen und Veranstaltungsschritten. So war das MML etwa unsere „Insel“ im lebhaften Gewühle von „Mythos Puch“ in Gleisdorf: [link]

Jetzt waren diese unterschiedlichen Faden-Enden aus dem Arbeitsjahr 2014 zusammenzuführen, um eine arbeitsfähige Formation für das kommende Jahr zu ergeben. Wie passend, daß wir eben in einem steirischen Roadhouse saßen, um uns für das kommende Arbeitsjahr abzustimmen.

Das "Mobile MedienLabor"

Das steht im Zusammenhang mit einer generellen Themenstellung von Kunst Ost, die drei Themenkomplexe berührt:

Die Ehre des Handwerks, das Gewicht der Kunst, der Geist in der Maschine

Ich bereite mit Müller nun eine Gesprächs-, genauer: Besuchsreihe vor. Wir werden versierte Handwerker in ihren Werkstätten besuchen. Wir werden uns diese Obsessionen und Möglichkeiten, die Bereiche ihrer Handfertigkeit genauer ansehen.

Das zielt auf eine Videoserie, in der begreiflich werden soll, was es mit diesen Zugängen und Leidenschaften auf sich hat. Außerdem hat Müller eben ein Wiki eingerichtet, das der Mobilitätsgeschichte gewidmet ist. Schwerpunkt ist die Marke Puch, eigentlich ein Angelpunkt, um den herum sich sehr viel dreht, was diese Epoche begreiflich macht, ein völlig skurriles, weitgehend radikales 20. Jahrhundert.

Das bedeutet, wir gehen in eine Verstrickung, mit der wir Aspekte zum Klingen bringen wollen, die (auf solche Art kombiniert) meist eher nicht dargestellt und wahrgenommen werden. Wenn ich schon genauer wüßte, wie das gehen wird, würde ich ausführlicher davon erzählen. Es ist Work in Progress und ich habe vorerst keine Ahnung, welche brauchbaren Markierungen dabei entstehen werden, um in Haltbarkeit betrachtet werden zu können. Darüber müssen wir erst mehr herausfinden.

Heimo Müller mit der „Black Magic“

Was schon klar ist, Müller schwingt gerade ein neues Werkzeug, eine kantige „Black Magic“. Die liegt schwer in den Händen. Eine Kamera mit Super 35 Sensor-Format; ich wünschte, ich wüßte genauer, was das bedeutet. Muß ich aber nicht. Wir werden ein arbeitsteiliges Konzept verfolgen, da brauch ich also nicht in allen Details schlau sein…

— [Roadbook] [Generaldokumentation] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
Dieser Beitrag wurde unter Reflexion und Grundlagen abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.