Archiv für den Tag: 10. November 2010

Neue LEADER Kultur-Arbeitskonferenz

In rund einer Woche findet im Naturpark Südsteirisches Weinland eine steirische LEADER Kultur-Arbeitskonferenz statt. Sandra Kocuvan, die Referatsleiterin „regionale, Filmkunst und LEADER“, wird einen Gesamtüberblick der LEADER Kulturförderung und aktuelle Informationen bieten.

Sandra Kocuvan (links), zuständige Referatsleiterin des Landes Steiermark, neben „kunst ost“-Obfrau Christa Ecker-Eckhofen.

Danach stellt Christian Eigner vom „Büro für Perspektivenmanagement“ die Ergebnisse der Evaluierung schon aktiver LEADER-Kulturprojekte vor. Für uns von „kunst ost“ ein wichtiges Ereignis, um einmal über einen methodischen Blick von außen zu erfahren, wo wir in dieser Entwicklung im ländlichen Raum stehen.

Anschließend werden einige jüngere LEADER-Kulturprojekte ihren Status quo vorstellen.

Wir waren ja erhebliche Zeit ganz alleine in diesem neuen Modus präsent. Das bedeutete Neuland und auch allerhand Unsicherheiten, weil dieser Teil des LEADER-Programmes keine Vorbilder oder Vorläufer hat. Das heißt, nicht nur wir als Kulturschaffende, auch die Funktionstragenden der Region einerseits, jene des Landes andrerseits, mußten erst einmal Praxisschritte mit einander erproben.

Es war uns von Anfang an „Labor-Status“ zuerkannt, auf Landesebene verstand man unseren Weg als Experiment. In der Region ist das nicht überall so gesehen worden. Dort findet sich (neben zukunftsorientierten Sichtweisen) durchaus auch die Vorstellung, EU-Projekte sollten Geld in die Region schaufeln.

Vom wem stammt bloß die oft zitierte Aussage, die sich auch auf unsere Situation anwenden läßt? „Geld allein spielt nicht Fußball.“ Geld allein macht keine Regionalentwicklung, schon gar keinen geistreichen Kulturbetrieb. Es geht um sehr konkrete Inhalte und die Frage nach angemessenen Strategien, Verfahrensweisen.

Unsere Erfahrung besagt weiters: Es geht auch um zeitgemäße Kooperationsformen. Nicht bloß unter Kunst- und Kulturschaffenden. Auch zwischen uns und inspirierten Leuten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.

+) Fakten zu LEADER 2007-2013 Steiermark: [link]
+) Steirische LEADER Kulturprojekte: [link]
+) Spezielle Richtlinien: [link]
+) Die erste LEADER-Kulturkonferenz, Gleisdorf 2009: [link]

location crew

was ist denn bei „kunst ost“ eine „location crew“?

kurz: ein temporärer arbeitskreis, der sich kurzfristig oder länger formiert, um einen beitrag in eine größere veranstaltung von „kunst ost“ einzubringen.

warum dann das englische wort? weil das deutschsprachige „ortsgruppe“ aus österreichs jüngerer geschichte heraus noch diskreditiert ist.

also: eine gruppe (crew) bereitet einen beitrag für einen bestimmten veranstaltungsort (location) vor. die gruppe arbeitet in sich völlig autonom. (autonom = sich selbst die regeln geben.)

aber jede „location crew“ ist über eine „schlüsselperson“ mit dem team von „kunst ost“ verbunden. genau an diesem schnittpunkt werden vereinbarungen getroffen, werden auch gelder bewegt.

beispiel für eine kontrastreiche "location crew" an meiner seite (von links: techniker michael toson, fotograf franz sattler und filmemacher max ladenhauf

wieso sollte eine gruppe bei „kunst ost“ mitmachen?

+++) wir erarbeiten größere themenstellungen, die
a) in der region relevanz haben und
b) teilweise mit internationalen ereignissen verknüpft werden.

+++) wir arbeiten teilthemen heraus, die dann beispielsweise in einem „april-festival“ umgesetzt werden. dazu führen wir eine menge an nötigen arbeitsgesprächen, machen lobby-arbeit und öffentlichkeitsarbeit, tragen recherchen voran etc.

+++) wir leisten koordination und organisation des „größeren ganzen“ und führen so eine dimension wie ein inhaltliches gewicht herbei, dank derer eine angemessene finanzierung wesentlicher arbeitsbereiche wahrscheinlicher wird.

in dieses „modul-system“ können sich einzelne kleingruppen, „location crews“, mit ihren kompetenzen und möglichkeiten einbringen. eines der ziele bei diesem modus sind praktikable SYNERGIEN, um so standortnachteile und landesweite budgeteinbrüche zu kompensieren.

ein anderer (für uns sehr wichtiger) aspekt sind INHALTE. lassen sie es mich – polemisch verkürzt – so ausdrücken. momentan schreibt offenbar ein regionales management vom anderen ab und es besteht längst eine projektflut, die auf EIN hauptthema hinausläuft: KULINARIK.

das ist angenehm, ich genieße auch die früchte solcher bestrebungen, wie meine leiblichkeit unübersehbar verrät. aber als zentrale themenstellung bezüglich der politischen, wirtschaftlichen und soziokulturellen zukunft der oststeiermark ist mir diese suppe eindeutig zu dünn.

deshalb arbeite ich für 2011 gerade an einer grundlegenden, sozialgeschichtlich betonten themenstellung, von der wir dann einzelthemen für einzelne vorhaben ableiten. und genau DA kommen schließlich die möglichen „location crews“ zum zug.

warum diese betonung der kleingruppen? „kunst ost“ ist weder eine regionale service-stelle, noch eine art „oststeirisches kulturreferat“. wir sind demnach eher NICHT mit den individuellen wünschen einzelner kunst- und kulturschaffender befaßt.

statt also partikularineressen zu bedienen, haben wir ein „größeres ganzes“ im auge. genau dabei sind gruppierungen bleiebiger größe willkommen, um gelegentlich snzudocken.

(es gibt dann auch noch das struktur-element „laborgruppe“; aber dazu später.)