Ich hab jüngst begonnen, einen genaueren Blick auf die 1970er Jahre zu werfen. Doch jetzt geht es erst einmal etwas tiefer in die Geschichte.

Ich hab jüngst begonnen, einen genaueren Blick auf die 1970er Jahre zu werfen. Doch jetzt geht es erst einmal etwas tiefer in die Geschichte.
Im Jahr 1909 begeisterte sich ein Massenpublikum für Lous Bleriot und seinen Flugapparat. Der Mann hatte als erster einen Flug über den Ärmelkanal geschafft, wurde anschließend für allerhand Flugshows gebucht.
In jenem Jahr wurde der mächtige Blitzen-Benz gebaut, mit dem sich mehrere Geschwindigkeitsrekorde fahren ließen. Daß jemand damals über die 200 Km/h-Marke hinauskam, muß den Menschen außerirdisch vorgekommen sein.
Wir haben 2025 bei „Mythos Puch“ Joachim Karners Zeichnung dieses Rekordwagens zeigen können; siehe dazu die Notiz: „Endorphin-Maschine“!
Im Jahr 1909 machten außerdem die „Renner-Buben“ Alexander und Anatol in Österreich mit ihrem Luftschiff „Estaric“ Furore. Und zwar gestützt auf die Kraft eines Puch-Motors. Diese Geschichte schaue ich mir derzeit wieder genauer an.
Die Luftfahrt nahm über das Thema Stromlinie Einfluß auf das Automobildesign. Diese Formensprache wurde in den 1930er Jahren unübersehbar. In den 1950ern wurde bei uns die Ponton-Karosserie sehr populär. Im Grunde eine rationale Entwicklung: Ausgestellte Kotflügel, aufgesetzte Schweinwerfer und hohe Motorhauben integriert, harmonisiert, das Ganze geglättet.

In den 1970ern setzte sich die Keilform durch, die mit VW Polo und VW Golf prominent daherkam, aber auch exklusiv; etwa mit einem Fiat X1/9 oder hochpreisigen Wagen wie dem Lotus Esprit. Das Automobildesign hatte dann einige sehr fade Phasen und ist derzeit von Technologiesprüngen geprägt. Hybride und Vollelektriker lösen nicht bloß permanent kontroversielle Debatten aus, sie bringen auch eine kuriose Formelsprache hervor.
Wenn ich zu all dem parallel über die Musikgeschichte nachdenke, spätestens über die Entwicklung von Jazz, weiter zu vielen Formen der Popmusik, wenn ich einrechne, daß erst in meinen Kindertagen die gängige Dichotomie „Volkskultur/Hochkultur“ aufgebrochen wurde, wenn ich ferner betrachte, was seit der Russischen Avantgarde und Dada in der Gegenwartskunst geschehen ist…
Sie sehen selbst, da haben wir ein Thema mit allerhand Querverbindungen in den Fundamenten. Rechnen Sie noch ein, daß wir vom Denkschema „Zentrum/Provinz“ längst weggekommen sein sollten, was viel mit persönlicher Mobilität und der neuen Mediensituation zu tun hat.
Es kam ja zwischen etwa 1909 und dem Großen Krieg die Zweite Industrielle Revolution in Gang, in den 1970ern die nächste, die Digitale. Nun sind wir in der Vierten Industriellen Revolution mit KI und selbstlernende Systemen. Voilà! Es gibt kulturell reichlich zu tun.
+) Aviatik und Akrobatik (Was sich rund um 1909 verdichtet hat)
+) Die 1970er (Eine Reflexion)
+) Archipel (Das Forum)