Glasfaserig

Nun ist die junge Technologie mitten im Lockdown auch in meiner Hütte angekommen. Die Vierte Industrielle Revolution schimmert herein. (Naja, viel sieht man nicht.) Ich hatte mit den Monteuren eine kleine Erörterung.

Der kürzeste Weg wäre der in mein Badezimmer, das die Jungs vom Dachboden her anbohren könnten; falls sie einen Zugang zu Dachboden gefunden hätten. Ah nein, das betrifft den anderen Trakt. Aber dort kommen sie durch stillgelegte Kamine herein. Also: Badezimmer nein! Das verträgt sich schlecht mit Elektronik.

„Und wieso kommt ihr mit der Lichtleitung nicht durch die alte Telefonleitung? Die liegt eh still.“ Nun sorgte noch die Röhre für Verwirrung, weil im Stiegenhaus ein anderer Durchmesser zu finden ist als in meiner Wohnung.

„Da haben die wohl unterwegs was angestückelt“, meinte einer der Männer, nachdem er mit seine Zugspirale die Schächte erkundet hatte. Ich meinte: „Ihr könntet ein Archäologie-Seminar brauchen, hm?“ Er lachte.

Es ist übrigens kein dicker Schlauch, der die großen Datenmengen anliefert, sondern eine winzige Faser. Lichtteilchen sind ja… genau: mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs. Das rührt sich was. Vom Faustkeil zu diesen Kommunikationslinien haben wir unsere Verständigungsmöglichkeiten sehr verfeinert.

— [Breitbandatlas Österreich] —

Über der krusche

jahrgang 56, freischaffender künstler, repräsentant einer "art under net conditions"
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.