Archiv für den Tag: 11. Dezember 2010

das kühle extrazimmer 4

ich hab es in folge #3 schon erwähnt, die HITS interessieren mich bei der statistik überhaupt nicht. sie fallen zu tausenden an und haben für sich genommen keinerlei aussagekraft. mich interessieren die VISITS, die USER SESSIONS. mich interessiert also das, was man auf unserer website als „konkrete besuche“ bezeichnen könnte.

wir stehen mit „kunst ost“ erst am beginn, ein publikum im web zu gewinnen, seit november 2010 wird das konsequent betreut. nun sagt mir die statistik, im dezember betrage die höchste zahl an besuchen pro tag („Max“) 200, der durchschnitt pro tag („Avg“) belaufe sich auf 168 „visits“.

ein parameter von vielen, zwischen maximum und durchschnitt ...

durchschnittlich 168 gäste pro tag? prima! naja, nicht ganz. erstens hat die software etwas „streuung“, zweitens werden wir ja auch von suchmaschinen besucht. nein, die maschinen schauen bei uns nicht vorbei. sie schicken „bots“, also kleine „software-robots“, die das web ständig abgrasen, von denen websites „gespidert“ werden. die brauche ich nicht als mein publikum zu werten.

was weiß ich also nun? ich würde im augenblick, wo die anzahl der visits noch eher moderat ist, die anteile an „bots“ etwas höher einschätzen. streichen wir ruhig satte 68, um nicht zu großspurig zu erscheinen. dann darf ich aber immer noch annehmen, daß wahrescheinlich rund 100 leute pro tag vorbeischauen.

na, auch wieder nicht so ganz. oder doch? üblicherweise registriert die software anfragen von einer konkreten „ip-adresse“ aus, die innerhalb von 30 minuten stattfinden. in der praxis wird sich selten jemand länger als 30 minuten durchgehend auf unserer website „aufhalten“, umsehen. also werden anfragen von einer konkreten ip-adresse aus, die unser server beantwortet, im zeitfenster von 30 minuten als „besuch“ („visit“) gewertet.

kommt die gleiche oder eine andere person über die selbe konkrete ip-adresse zirka zwei stunden später erneut auf unsere website, wird das als weiterer „visit“ gewertet. ich kann niemals sagen, wer konkret am anderen ende der verbindung war. ich hab so auch keine ganz verbindliche publikumszahl, wie ich sie in einem realen kinosaal erheben könnte. aber ich kann mir durchaus einen eindruck verschaffen, ob sich überhaupt etwas auf unserer website tut und wie lebhaft es da zugehen mag.

ein maximum von ca. 200 visits, ein durchschnitt von 168 pro tag, da bin ich schon ganz zufrieden, weil ich annehmen darf, unser frisch renoviertes „elektromagnetisches kulturzentrum“ ist vermutlich für 80 bis 100 leute pro tag anziehend genug, daß sie kurz vorbeischauen. (vorzugsweise offenbar rund um 10:00 uhr vormittags.)

sie sehen, ich bin in den annahmen darüber, wie viel publikum wir im web haben, sehr zurückhaltend. warum ich meine, das sei von vorteil? das erzähle ich später noch. und bleiben sie ruhig skeptisch, wenn leute bei ihrer website all zu glänzende besuchszahlen vorweisen.

[NETZKULTUR: der überblick]

woche für woche

das zweiglein im vordergrund ist kein hinweis auf annes interesse am weidwerk, sondern hat mit weihnachten zu tun. herwig ist mit der kamera in der hand auf die welt gekommen. und zwar vor genau 70 jahren, was man ihm nicht nicht abnehmen möche. („Foto © Herwig Heran“ in die suchmaschine geklopft ergibt „Ungefähr 14.900 Ergebnisse“.)

anne grabenhofer und herwig heran

anne grabenhofer ist chefredakteurin der WOCHE in weiz, herwig heran freier journalist, der zur region so sehr gehört wie das kernöl. wir waren nach weisenegg zu einem weihnachtsessen eingeladen, das liegt hinter birkfeld, noch ein stück durch die schneelandschaft den berg hinauf.

daß wir an diesem abend reichlich spaß hatten, drückt das bild wohl aus. aber ohne fachsimpelei geht es in so einer runde natürlich nicht bis hinter mitternacht. fachsimpelei meint hier nur zum geringsten teil fragen des journalismus, des zustandes der branche oder was eine kamera kann, die nicht mehr als 400 euro kostet.

es ging zwischendurch eher um den zustand der region und die einschätzbaren zukunftsaussichten. was ich an selbstbewußten leuten, die ihr geschäft verstehen, sehr mag: sie sind keine pessimisten. sie räsonieren nicht. (das wäre ja billig.)

wer das leben in der region so kennt, wie diese professionals, ist für anregende debatten darüber gut, wo es nun langgehen wird, was auf uns zukommen mag und wie wir damit umgehen können. das finde ich in so krisenhaften zeiten sehr erbaulich.