Archiv für den Tag: 7. Dezember 2010

schichtwechsel

das jahr 2009 war die zeit der grundlagenarbeit für „kunst ost“. dafür hatte ich damals das überhaupt erste LEADER-kulturprojekt der steiermark realisiert. das jahr 2010 war die aufbau-phase des neuen abschnittes. hier ging es sehr wesentlich darum, die schlüsse und ergebnisse des 2009er-jahres in der praxis zu erproben. wir hatten auszusortieren, was sich nicht bewährte, wir hatten zu konkretisieren, was vielversprechend erschien.

so sind wir jetzt zu einem adaptierten konzept und einem neuen setup für 2011 gekommen. dieser arbeitsschritt wurde durch eine aktuelle finanzkrise des landes steiermark mit schärferen kontrasten versehen, weil plötzlich gemeinden, die enorm unter druck gekommen waren, alle ihre zusagen zurückzogen. (siehe dazu: umbruch„!) man könnte meinen, diese krise kam genau zum richtigen zeitpunkt, wo wir ohnehin mit einer neustrukturierung von „kunst ost“ befaßt waren.

so konnten wir uns gleich auf die neue situation einstellen und liefen nicht gefahr, im nächsten quartal eben erst geleistete planungsarbeit verwerfen zu müssen. unser programm-konzept wurde völlig überarbeitet. das projekt-team wurde verkleinert. waren wir eben noch fünf personen, sind wir für die nächsten monate nur mehr drei.

kunsthistorikerin mirjana peitler-selakov (links) und kulturmanagerin nina strassegger-tipl

wir haben mit aller zuversicht, die unsere kompetenzen erlauben, einen plan geschmiedet, bei dem wir das erste quartal 2011 aus privaten mitteln absichern. so kann unsere arbeit plangemäß durchgezogen werden, ohne eine unterbrechung zu erfahren. (siehe dazu auch: log #330!)

das simple motiv dafür: wir trauen uns locker zu, in den so gesicherten vier monaten, die jetzt vor uns liegen, alle nötigen verhandlungen und akquisitionsschritte so weit voranzubringen, daß das restliche projektjahr finanziell abgesichert ist und das projekt völlig stabil wird.

das heißt auch, wir drei werden keinem bürgermsieter vorjammern, wie schwierig die zeiten sind, das weiß eh jeder selbst ganz gut. wir wollen in einem referenzprojekt der „best practice“ vorführen, wie man relevante kulturarbeit auf der höhe der zeit auch durch solche krisen führt, ohne daß der ganze laden niederbricht.

übrigens, nina profiliert sich eben als unsere fachfrau für die „voluntary arts“. mirjana baut unsere internationalen kontakte im bereich „gegenwartskunst“ weiter aus. ich schaffe auch in zukunft die konzeptionelle basis des projektes und führe das „labor“, unsere „versuchsstation“, wo alle neuen optionen erprobt werden. wer genauer wissen will, was da läuft und wie es dazu gekommen ist, kann das im ausführlichen „projekt-logbuch“ jederzeit detailliert nachlesen: [link]

das kühle extrazimmer 2

das internet ist mein „kühles extrazimmer“. die website ist für mich ein ZUSÄTZLICHER ereignis-ort. wer eine website bloß als informations-depot begreift, wird vermutlich viel geld für nichts rausschmeißen. web-SITE. also „standort im web“. NICHT „homepage“. die homepage ist bloß die START-seite (page) einer website.

besuchsfrequenz. quote. publikumsaufkommen. wenn ich so eine standard-software, die nichts extra kostet, verwenden möchte, um meiner kulturinitiative legitimation zu verschaffen, habe ich den tatbestand aktiver augenauswischerei erfüllt. am lustigsten finde ich jene leute, die mit den HITS renommieren, wovon ja schnell tausende zustande kommen. wodurch?

jede „abfrage“ auch nur irgendeiner datei, die zu einer website gehört, die mein server beantworten kann, wird als hit gezählt. das mag einem webmaster helfen, die gesamtsituation zu deuten. als EINE von vielen informationen, die man dafür zusammenlesen muß. aber für uns sind HITS quasi eine NULL-information, ohne jede aussagekraft.

das ungefähre publikums-aufkommen quer durchs jahr

ich werde hier, wie im vorigen eintrag schon angekündigt, ein bißl erzählen, wie ich mir den umgang mit einer website vorstelle, die als ERWEITERUNG für unserer aktivitäten im „realraum“ gedacht ist.

so schauts nämlich aus: das primäre kulturelle eregnis ist für mich die reale soziale begegnung. erst darauf setzt sich dann die web-extension, die mediale prothese, das „kühle extrazimmer“.

wenn ich die website wir einen toten briefkasten nutze, wo ich gelegentlich daten raufschaufle, habe ich eigentlich nur einen „virtuellen rundordner“ geschaffen, also einen binär codierten papierkorb.

das aktuelle „summary“ der „kunst ost“-website (die grafik oben) zeigt recht deutlich, was da heuer gelaufen ist. jänner und februar waren null-nummern. faktische flatline, denn die paar visits sind bloßes „hintergrundrauschen“, von suchmaschinen verursacht.

ab märz ging es richtung „april-festival“ los. aber das publikumsaufkommen entspricht gerade ungefähr der engeren „kunst ost“-community. damit ist offenkundig nicht mehr erreicht worden, als wir ohnehin mit unserer laufenden email-post an die community gemacht haben.

über den sommer sackt alles wieder ab. zum saisonauftakt im herbst das selbe bild. wir spiegeln bloß die community-interne informationstätigkeit. ich hab dann am 3. november die redaktion des schuppens übernommen und angefangen, die website in gang zu bringen: [link]

der effekt ist hier sofort erkennbar. aber sachte! der publimukszuwachs hat bei websites wie der unseren eine sehr flache kurve. das geht langsam. dabei erweisen sich die „drei C“ als sehr nützlich. ich erzähle das nächste mal, was damit gemeint ist.

[die web-statistik von „kunst ost]
[NETZKULTUR: der überblick]