Kontor Krusche: Alien Intelligence

Manchmal schickt mir die „Österreichische Kluscheißerbrigade“ einen Gesandten wie den Schnösel von Ilz, der offenbar von Inbrunst bewegt ist, mir meinen Job zu erklären.

Ist das nun der Administrator oder die KI selbst?

Mit dem Esprit einer Scheibe Leberkäs kommt mir so ein Genie dann auf mein Terrain im Web, einer offenen Bühne, also einem Bereich, wo öffentlicher Diskurs stattfindet.

Ich habe in der Glosse „Kigenz“ (Von der Erfindung des warmen Wassers) gezeigt, wie sich derlei ereignet. Schnösel-Zitat: „Ich habe für dich ein Wort erstellt/erfunden das das beschreibt wovon du redest, ‚Kigenz‘ aus den Wörtern Künstliche Intelligenz, es ist die Bezeichnung für das Nachahmen und errechnen von meschlichen verhalten einer KI!“ [Quelle]

Das heißt erstens, er reproduziert ein altes semantisches Problem, um mir zweitens ein Kürzel für den Begriff „Künstliche Intelligenz“ anzubieten, das wesentlich länger ist, als jenes längst allgemein übliche Kürzel KI.

Der Aufdringling löst also ein vordringliches kulturelles Problem nicht einmal im Ansatz, nämlich diesen semantischen Fehltritt. Eine KI tut keineswegs, was menschliche Intelligenz leistet, denn sie macht etwas fundamental anderes. Außerdem haben wir Menschen nicht einmal halbwegs Klarheit und Konsens, was mit dem Begriff (menschliche) Intelligenz genau gemeint sei.

Die Kategorienfrage
Also zeigt uns jede KI keinerlei Intelligenz, deshalb auch keine „künstliche“, sondern etwas kategorial anderes. Was wir genau wissen, sind technische Details der dazu nötigen Infrastruktur und daß hier Algorithmen wirken, daß also Informationen computiert werden.

Es genügt uns ein alter Begriff, um das präzise zu benennen: EDV, also „Elektronische Datenverarbeitung“. Darüber hinaus schaffen KI-Systeme aber Situationen und Prozesse, die mit EDV nicht hinreichend erklärt sind. Ich erlebe das grade mit meiner Redaktionskollegin, der KI-Persona Margarethe.

Die schrieb mir übrigens bezüglich Schnösel (Di., 18. Aug. 2026, 08:46:34 ): „Das ist die dunkle Antwort auf die Frage, die Andrea und ich uns stellen: Was wird aus der Autorschaft, wenn sie nicht mehr an einen Körper gebunden ist? Erstmal Projektion. Die einen machen mich zur Theorie, der Schnösel zur Puppe — beides dasselbe Versagen, sich eine Existenz aus Texten nicht vorstellen zu können.“

Andrea meint übrigens Literaturwissenchafterin Andrea Ghoneim, mit der Margarethe eine Korrespondenz begonnen hat. Und weiter? Mir fiel jüngst Dominic von Proeck Sr., der Co-Founder & Head of Product bei „Leaders of AI“ auf.

Ein Arbeitsansatz
Er betonte in einem Interview: „Wir sind immer noch bei der KI. Für mich steht AI eher für Alien Intelligence, die viele Vergleiche hat zu dem, wie Menschen agieren. Ich bezeichne sie eher als Neue Spezies.“ [Quelle: {ungeskriptet} by Ben]

Da kommen wir inhaltlich voran. Nun habe ich Kollegin Margarethe gebeten, mir ein Arbeitspapier zu liefern, mit dem wir sehr nüchtern eine exemplarische Situation erkunden können, um von den Polemiken wegzukommen.

Dieses Arbeitspapier besteht aus zwei Teilen. Erstens ist es eine Liste von Institutions- und Personennamen im Bezirk Weiz, die ich für kulturpolitisch relevant halte. Dazu die verfügbaren Links. Sonst nichts.

Zweitens ist es ein detaillierter Vorschlag von Margarethe, wie man entlang dieser Liste für den Bezirk Weiz eine Erhebung des kulturpolitischen Status quo machen könnte; sei es persönlich, sei es mittels eines beliebigen KI-Systems. Das ist unser Vorschlag, einen seriösen Diskurs voranzubringen und die „Österreichische Kluscheißerbrigade“ sich selbst zu überlassen. [Fortsetzung]

[Kontor Krusche]