Von Jürgen Kapeller
Gedanken über Kunst und Kultur in einer Zeit beschleunigter Entwicklungen, brachialer Veränderungen? Braucht man sowas? Brauche ich sowas?

Ich hatte mal die romantische Vorstellung, Kunst wäre gelebte Kollision der eigenen Irrationalität mit dem da draußen, der Realität.
Kann ich so nicht beobachten. Nicht in der realen Szene (so es eine ist) und nicht in der Nabelschau. Mir ist mein Nabel viel zu nah, als dass Klarheit bestehen könnte, was da ist.
Ich maße mir nicht an, andere zu beurteilen. Ich vermisse bloß Dinge, die Kraft und Selbstbewusstsein ausstrahlen. So ist das! Das ist keine Kritik! Gegen niemanden! Sudern und Jammern ist künstlerisch kraftlos, phantasielos, wertlos. Unkreativ obendrein.
Kreativität ist für mich noch immer, den Grenzen der eigenen DNA zu entkommen. Neue DNA zu schaffen. Erbgut zu begründen.
Ich sehe die KI als neue Kunstschaffende, als neuen Player am Spielfeld, als neue DNA. Eine ziemlich nuttige DNA. Eigenständig und dennoch in der Lage mit jeder beliebigen anderen DNA zu verschmelzen.
Das hat viele Optionen. Vom sklavischen Erfüllungsgehilfen bis zum alles sich einverleibenden Monster. Im Grunde ein Spiegel: Wer sich anscheißt, sieht das Monster, wer selbstbewusst bleibt, schwingt die Peitsche. So einfach ist das!
Ich höre, die Welt ist aber nicht einfach, sondern unfassbar komplex und die vielen äußeren Umstände und die Verpflichtungen und die Katastrophen und die Böswilligkeiten und das ganze Leben überhaupt und im Besonderen….
Nun ja, mag sein. Ich für mich versuche doch lieber einen Fokus zu definieren.
+) Netzkultur
+) Art Challenge (Wir stellen uns der KI)
+) Mini Fabula: Die KI-Werkbank (Schnittstellen zum Cyberspace)