Ich möchte mich noch ein kleines Weilchen mit Wundrakien und dem Kontrast zu Kruschestan befassen, um dann diesen Fokus aufzugeben.

Ich erinnere an einen Satz von Musiker Christoph Wundrak: „Und ja, es geht um die Gründe für dieses traurige Verhalten, die meines Wissensstands viel komplexer sind als in den Leitmedien dargestellt wird.“ Das fügt sich komplementär zu den wiederkehrenden Behauptungen in ähnlichen Milieus, wo Synonyme wie Mainstream-Medien oder dann auch Lügenpresse auftauchen.
Es bleibt immer strategisch vage, meint erkennbar alle, die andere Positionen beschreiben als die eigene. Es tut ferner so, als könne man auf redliche Art Beispiele wie die „Kronen Zeitung“ oder „Heute“ mit der „Frankfurter Allgemeinen“ oder „The Times“ in einen Topf werfen. Wer das auch nur andeutet, demonstriert ein hohes Maß an Inkompetenz.
Ferner ist selbst die „Krone“ bei uns an das Medienrecht gebunden und müßte bei klagbaren Fehltritten mit ernsten Konsequenzen rechnen. Die Betreiber der Social Media, dank derer ich von Wundraks Ansichten weiß, sind das nicht. Dort werden Persönlichkeits- und Bürgerrechte andauernd mißachtet, auch verletzt. Es gelingt nur selten, dagegen vorzugehen.

Unbestreitbar, daß es in manch konventionellen Redaktionen schwarze Schafe gibt. Aber wie erwähnt, die kann man gegebenenfalls klagen. Dem allen stehen freilich auch etliche Legionen seriöser journalistische Kräfte gegenüber, die Ethos zeigen, sauber recherchieren und gewachsene Regeln der Branche beachten.
Kann man die denn alle in den Wundrak’schen Leitmedien zusammenfassen? Natürlich nicht! Das wäre so, wie wenn ich sage: „Ah ja, Christoph Wundrak und Andreas Gabalier. Musiker. Wissen wir schon.“
Falls Wundrak tatsächlich eine Ahnung hat, was journalistische Prinzipien sind, was Ethos in der Medienwelt bedeutet, bietet mir zumindest seine Facebook-Timeline keinen Beleg dafür. Da sind kaum persönliche Aussagen zu finden. Wundrak gönnt sich Kolportage, teilt hauptsächlich die Beiträge anderer Leute und kommentiert sie kurz.
Ähnlich die Aura-Expertin Ulrike Karolyi. Sowas wie journalistische Sorgfalt sucht man da auf Facebook vergebens. Und das ist eigentlich zum Schreien komisch. Menschen wie Wundrak und Karolyi verdammen ganz ausdrücklich den herkömmlichen Medienbetrieb. Sie tun das auf der Plattform einer der größten und effizientesten Manipulationsmaschinen nach Tiktok, nämlich Facebook.
Wer von unserer aktuellen Medienwelt eine mindeste Ahnung hat, weiß wenigstens etwas über die Algorithmen, die KI-Elemente und die Forschungsgrundlagen von Meta, X (vormals Twitter), Telegram und Konsorten. Was mit diesen Maschinerien an Beugung unseres Medienrechts, an offenen Verstößen und an Manipulationsspielarten möglich ist, füllt längst Bibliotheken.

Das sorgt Wundrak und Karolyi offenbar wenig. Wie regelt man das in Wundrakien, falls die Frage nach Kompetenzen wenigstens sachte anklingt? Wundraks Sekundant, der Behelfscowboy Egon Krausler, zeigt exemplarisch, wie das geht. Zitat:
„Es ist ein betrüblicher Fakt, dass die Mehrheit strohdumm ist. Sie lässt sich ihr Weltbild durch TV und Tageszeitungen ins Hirn klopfen, folgt dem allgemeinen Diktat und ist dem aktuellen Narrativ hörig. Die Masse liegt stets der Täuschung auf. Das war schon immer so und wird vermutlich so bleiben. Man fühlt sich innerhalb der Schafherde einfach sicherer…“
Diese Art der Anmaßung, übrigens ein rassistisch gefärbter Text ist, wäre also die neue Wahrhaftigkeit der Publizistik? Hobby-Psychiater Krausler: „Ihr einziger Gewinn ist es, sich die Lügen, für die sie kämpfen, nicht eingestehen zu müssen. Kognitive Dissonanz ist eine globale Krankheit.“
+) Mars (Eine Debatte über Krieg)