Ich bin als Mann begünstigter Teil einer vorherrschenden Männerkultur, die unübersehbar tief in ihren Fundamenten ein paar massive Probleme hat.

Darauf weist verläßlich hin, daß immer wieder Konfliktsituationen welcher Art auch immer mit dem gewaltsamen Tod einer Frau enden. Da der Mord die Ultima Ratio ist, müssen wir annehmen, daß diesseits solcher Verbrechen insgesamt sehr viel an Gewalt und sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Frauen stattfindet.

Anders ausgedrückt, wenn sich in unserer Gesellschaft laufend eine so hohe Dichte an Gewaltspitzen (Morden) zeigt, gehe ich davon aus, daß davor ein reiches Spektrum an nicht tödlichen Gewaltakten nachweisbar wäre. Ich schließe daraus unter anderem, es kann keineswegs nur der Politik überlassen werden, dieses Problemfeld aufzurollen.

Wenn das als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden mag, muß dieses Thema in allen Lebensbereichen auftauchen, zur Debatte stehen. Und es muß darin wachsende Allianzen geben, dieses aggressive Verhalten umgehend mit Einwänden zu belegen, wo immer man darauf stößt.

Da ich zum Feld der Wissens- und Kulturarbeit gehöre, bedeutet das, die Gewalt gegen Mädchen und Frauen hat auch in kulturpolitischen Debatten vorzukommen. Dieses Metier ist vorzüglich geeignet, über die Teilhabe an öffentlichen Diskursen mitzuarbeiten, daß Schutzwällen gegen derlei Gewalttätigkeit wachsen.

Es ist müßig, das weiter begründen zu wollen. Die österreichischen Vorfälle sind ausreichende Argumente dafür. Eben erst lief vom 25. November bis zum 10. Dezember 2025 erneut die Kampagne „Orange the World“. Deren dringende Notwendigkeit wurde in Österreich schon innerhalb dieses Zeitfensters durch Gewalttaten unterstrichen.

Was ich hier zeige, ist nicht das Ergebnis einer konsequenten Suche, sondern fiel mir im Alltag en passant auf. Die Dunkelziffer muß entsprechend markant sein.
- Orange the World 2025 (Übersicht)

