Ich hatte eigentlich vorgehabt, am letzten Tag des Jahres in die Stille zu gehen. Dann kam aber diese überraschende Einladung.

Aufgrund der Besetzung hätte Don Vito Corleone gesagt: „Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann.“ Also ging ich mich rasieren und suchte ein frischen T-Shirt. Die Nacht war für einen Winter sehr mild.
Fotografin Rosi Wesiak als Gastgeberin, Agenturchef Adi Lozancic und Fotograf Richard Mayr in speziellen Funktionen. Alle drei sind in kulinarischen Angelegenheiten höchst versiert, was mich, den Küchen-Hillbilly, zum Teilhaber eines fulminanten Abendmahls gemacht hat.

Das war also ein unübertrefflicher Grund gewesen, abends noch einmal in meine Bergschuhe zu steigen, die ich aus Gewohnheit trage, so lange es draußen kalt ist. An einem Abend von Heiterkeit und ohne jeden Small Talk. Überdies fraglos das beste Essen, welches in meinem 2025er Jahr vorgekommen ist.
Und die Jahreswende? Nein, kein Rückblick, keine Vorsätze für 2026. Ich befinde mich in einem Fluß der Dinge, denen ich mich teilweise mit Arbeit verpflichtet habe. Ich weiß, was zu tun ist. Unerfreuliches lasse ich hinter mir, zumal klar ist, daß ich mich auf einige nächste Ereignisse freuen darf.

Mehr muß man dem Lauf der Dinge akonto nicht abverlangen. Jetzt bleiben einfach die nächsten Schritte zu setzen und drauf zu achten, daß man es nicht vermasselt. Klar, man sollte bezüglich der Verbündeten auch etwas Glück haben. Und bei meiner akuten Deppen-Allergie sollte es gelingen, mir menschliche Heimsuchungen vom Hals zu halten.
Mit Wünschen halte ich mich nicht mehr auf. Törichte Posen. Es sollte genügen, nächste Schritte achtsam zu setzen und nicht den Halt zu verlieren, wenn der Boden gelegentlich nachgibt. Irgendwie ein stetes Wechselspiel von Konzentration und Loslassen. Mehr weiß ich nicht.
+) Rosi Wesiak
+) Adi Lozancic
+) Richard Mayr