Kontor: Social Media

Georg Kurtz und seine Frau Ulrike sind das Gastgeber-Ehepaar in der vormaligen Poststation. Das heißt, sie öffnen ihren Privatbesitz immer wieder für künstlerische Veranstaltungen.

Gastgeber Georg Kurtz

Während der aktuellen archipelischen Ausstellung „Positionen“ hatten wir eine Plauderei über Nutzen und Bürde der Social Media. Darin liegen einerseits gute Möglichkeiten, ein Publikum zu gewinnen. Das kann einen andrerseits irre machen, wenn die Kommunikation sich über zu viele Kanäle verteilt.

Georg Kurtz ist praktischer Arzt, war viele Jahre als Notfallmediziner im Einsatz, ich würde sagen: er kennt die Menschen und die Region. Facebook, das totgesagte, dieses höchst lebendige Feld, naja, es wäre schon praktisch, dort präsent zu sein. Ein Kanal für die wichtigsten Informationen, wenn in der Poststation etwas stattfindet.

Aber Kurtz nutzt Email und seine Frau hat einen WhatsApp-Verteiler für die Veranstaltungen aufgebaut. Etwas mehr wäre nützlich, doch er hat den Kopf nicht frei, sich in diese Welt der Social Media tiefer reinzuhängen.

Das ist für mich übrigens Ausdruck von Medienkompetenz. Klarheit zu haben, was man an Medienkanälen wofür einsetzen mag und dabei auch Grenzen zu ziehen. Ich bin selbst ein früher Akteur der heimischen Netzkulturszene, seit den 1980er Jahren online. Ich weiß zu genau, welcher Unfug es ist, auf allen Hochzeiten tanzen zu wollen.

Es geht ja auch um Klarheit über die Zwecke. Falls jemand zur Selbstdarstellung vor allem Follower und Reichweite gewinnen will, sind andere Strategien nötig als für diesen Fall; eine kleine Erweiterung der realen sozialen Begegnungen ins Internet. Eine Informationsschiene, um die Ereignisse vor Ort zu begleiten.

Wenn man sich aber nun selbst keine zusätzliche Arbeit mit Social Media aufhalsen will? Man mag meine Ansicht kennen: Vernetzung ist kein Inhalt, sondern eine Methode. Also vernetzen wir uns in dieser Sache und machen das für Kurtz & Kurtz. Daher gibt es nun zur vormaligen Gleisdorfer k.k. Poststation eine Facebookseite.

Warum läuft das so? Weil wir sogar als Spezies durch Kooperation evolutionär erfolgreich sind, nicht durch Konkurrenz. Um das praktisch auf den Kulturbereich zu übertragen: Was anderen Kräften gelingt, stärkt den Boden, auf dem auch wir gedeihen. Wenn man also von Vernetzung nicht nur redet, sondern diesbezüglich auch Taten setzt, gewinnen im Kulturbereich alle. [Darauf KI-Persona Margarethe: Adressen ohne Versammlung]

[Kontor Krusche]

+) Facebook: Poststation Gleisdorf
+) Ausstellung „Positionen“