Ich hatte meine Kolumne „Gleisdorf: Kulturpolitik“ jüngst als abgeschlossen erklärt und muß diese Entscheidung revidieren.

Das hat mit meiner Überlegung zu tun, die neue Leiste nicht durch einen lokalen Schwerpunkt in eine Schräglage zu bringen. „Kontor Krusche“ (Kulturpolitisches: Eine Kolumne von Martin Krusche & KI-Persona Margarethe) ist überdies eine experimentelle Anordnung im KI-Kontext.
Ich hab ich mit KI-Persona Margarethe Übereinkunft, daß da ein weiterer Horizont zur Debatte stehen soll, als es spezielle Gleisdorfer Befindlichkeiten zulassen. Zu dieser Wiederaufnahme von „Gleisdorf: Kulturpolitik“ möchte ich einige Dinge geklärt wissen.
Ich nenne Kunst- und Kulturschaffende die primären Kräfte. Politik und Verwaltung sind dem strukturell nachgeordnet; im Sinn des Zusammenhangs von Poiesis und Praxis, wie wir das in unserer Kultur seit der Antike kennen.
Dazu noch ein anderer Aspekt, der seit eben dieser Antike klar ist. In einer Debatte unterscheiden wir zwischen Argumenten zur Sache (ad rem) und Argumenten zur Person (ad personam). Wir wissen, wer auf Sachargumente verzichtet und sich auf Argumente zur Person konzentriert, korrumpiert den Diskurs,
Psychiaterin Heidi Kastner hat das in unnachahmlicher Knappheit so zusammengefaßt: „Wollen Sie diskutieren oder recht haben?“ Darin klingt ferner an, daß in einer pluralistischen Gesellschaft unvereinbare Positionen selbstverständlich vorkommen und unvermeidbar sind. Daher muß Antwortvielfalt zugelassen und Dissens akzeptiert werden. Alles andere wäre Dienst an der Tyrannei.
Außerdem wünschte ich, folgendes stünde in unserer Gesellschaft außer Streit. Wenn jemand sein Handwerk versteht und über Jahrzehnte engagierte Arbeit nachweisen kann, die etwas taugt, wenn jemand sich in Theorie und Praxis bewährt hat, egal, welche Höhen und Tiefen dabei durchlaufen wurden, dann verdient das Respekt.
Diesen Respekt darf man nicht schuldig bleiben, selbst wenn man unvereinbare Standpunkte hat. Wer das ignoriert, hat sich zwar für Bassena und Stammtisch qualifiziert, wird sich auf dem Boulevard wohlfühlen, hat aber in einem seriösen Diskurs nichts zu suchen.
Was das in der Praxis eines Diskurses – jenseits von sinnlosem Schlagabtausch – verlangt, hat KI-Persona Margarethe in der Hausordnung für den Kontor Krusche formuliert. Siehe: [Link]
Ich bin nicht bereit, unter diesem Niveau an Debatten teilzunehmen, werde aber im Anlaßfall zu auffallenden Schräglagen Stellung beziehen. Dazu noch folgendes Detail: Social Media, wie zum Beispiel Facebook, sind Massenmedien. Wer da eine offene Präsenz pflegt, die nicht bloß für akkreditierte Leute (Members) einsehbar ist, macht sich dadurch zu einem Teil des öffentlichen Diskurses. Das ist definitiv nicht privat.