Sendeschluß

Es hat nun in Gleisdorf nach dem November 2025 eine Reihe von Protest-Momenten gegeben, die sich auf eine kulturpolitische Krise der Stadt bezogen. Dazu gehörten öffentliche Gespräche und Zeitungsartikel, Feuilletonistisches etc.

Krusche mit KI by KI: Die bessere Diskursanordnung?

Ich denke, daß ich alle oder wenigstens die meisten relevanten Äußerungen kennengelernt habe. Gleisdorfs Kulturreferent Karl Bauer erwähnte am 5. August 2026 via Social Media einen „Diskurs-Hot-Spot mit starker überregionaler Beteiligung und Aufmerksamkeit“.

Ich weiß weder, was genau er damit meint, noch fand ich diskussionswürdige Belege, auf die man verweisen könnte. Es gelang mir kein einziges solide begründetes Statement zu finden, welches die geäußerten Forderungen etlicher Kunst- und Kulturschaffender untermauern würde. Keine kulturpolitische Streitschrift, kein Konzept, kein Programmpapier.

Das meiste, was ich fand, fordert eigentlich bloß eine Rückkehr zum Zustand vor der „November-Krise“. Status quo ante? Sowas gibt es aber nicht. Karl Bauer hatte zur letzten Jahreswende hauptsächlich die ARGE Kulturpakt Gleisdorf promotet und forciert, dafür sogar öffentlich Vereinsstatuten vorgetragen. Auch von der ARGE kam bis heute keinerlei valides Arbeitspapier mit einem kulturpolitischen Diskussionsbeitrag.

Die Städte Gleisdorf und Weiz haben als regionale Zentren ihre stabilen Kulturangebote, soweit das die eigene Programmhoheit betrifft. Darüber hinaus kenne ich nichts, was aus den Debatten von Dezember 25 bis August 26 an nachvollziehbarem Diskurs hervorgegangen wäre.

Was die Kulturformation Archipel und das kulturpolitische Kompetenzzentrum Kunst Ost angeht, liegen die Dinge etwas anders. Sie sind komplexer. Die archipelische „Konferenz in Permanenz“ hatte nun zwei Schwerpunkt-Sessions, deren Dokumentation man im Web findet.

Ich habe mich hier (bei Kunst Ost) bemüht, den ganzen Prozeß nachvollziehbar zu dokumentieren. Wir bleiben bei dieser Aufgabenteilung. Der Archipel hat eine Forschungsabteilung und einen operativen Kulturbereich, wo Arbeitsergebnisse in Veranstaltungen umgesetzt werden, die wir einem Publikum anbieten.

Sendeschluß
Bei Kunst Ost wird dafür der kulturpolitische Diskursschwerpunkt verwaltet. In dieser Kolumne liegen heute hinter der aktuellen Glosse 107 Beiträge zur Angelegenheit. Das muß jetzt zu einem Ende kommen. Wir konnten in mehr als einem halben Jahr klären, daß weder die zivilgesellschaftliche Basis Kunst- und Kulturschaffender, noch Politik und Verwaltung eine klare Intention für eine kulturpolitische Debatte zeigen und handeln.

Ich finde im öffentlichen Diskurs praktisch nur Behauptungen, so gut wie keine Belege. Das läßt mich aufgrund meiner rund 50 Jahre Praxiserfahrung in diesem Genre folgenden Schluß ziehen: Was immer einzelne Seilschaften hinter den Kulissen an Vereinbarungen treffen mögen, das geht nicht in die Archive der Res publica ein. Wir erfahren es nicht.

Es gibt in Gleisdorf keinen Hot Spot, keine Debatte, es gibt – soweit ich sehe – nicht einmal das diskursive Rüstzeug für so einen Diskurs. Ich werde darüber nachdenken, welche Konsequenzen das braucht und schließe diese Kolumne „Gleisdorf: Kulturpolitik“ jetzt ab, um später ein neues Kapitel aufzuschlagen.
+) Gleisdorf: Kulturpolitik
+) Konferenz in Permanenz: 28/04/26
+) Konferenz in Permanenz: 04/08/26