Novem: „Stille“

Es ist, soweit ich weiß, die erste Ausstellung im Gleisdorfer Forum Kloster nach der 2025er November-Krise mit ihren kulturpolitischen Bruchstellen.

(Eine Arbeit von Gerhard Skrapits)

Kein Ersatz für das einstige „Museum im Rathaus“, aber eine ansprechende Raumsituation. Das schweizerisch-österreichische Fotokollektiv NOVEM bietet dort eine sehenswerte Kombination sehr unterschiedlicher visueller Statements.

Gerade diese Kontraste, dank sehr verschiedener Bildsprachen, machen die Ausstellung „Stille“ attraktiv. Die Arbeiten von Wilhelm Böhm, Anita Buchgraber, Kurt Erkinger, Silvia Hänni und Gerhard Skrapits demonstrieren überdies, daß konsequente fotografische Arbeit zu anderen Ergebnissen führt als das allgegenwärtige Knipsen per Mobiltelefon.

Die Lichtsituation des Raumes ließe sich gewiß noch etwas verbessern.

Man muß das nicht gegeneinander stellen, es sind quasi zwei Sphären eines Möglichkeitsraumes. Aber gerade solche Ausstellungen haben dann eben auch das Zeug, uns allen Anregungen zu geben, denn das Sehen ist ebenso eine Sache der Geschmacksbildung wie andere Bereiche unserer Wahrnehmungserfahrungen.

Postskriptum
Es wäre den Künstlerinnen und Künstler freilich auch gedankt, wenn Gleisdorfs Kulturabteilung es nicht bloß dabei beließe, sich selbst über die Vernissage zu feiern. Als ich im Foyer des Hauses stand, fand ich da eine Plakatwand, die keinen Hinweis auf die Ausstellung bot. So auch die zahlreichen Monitore im Forum Kloster: Leere.

Ein freundlicher Angestellter des Hauses konnte mir dann den Weg weisen. Das heißt für mich: Die Chance, daß diese sehenswerten Arbeiten noch ein Publikum finden, geht hier nahe Null. Da wäre in der „Kulturstadt Gleisdorf“ wohl noch Entwicklungspotential.