Gleisdorf: Rollenfach

Ich hatte eben ein interessantes Gespräch zur Frage, mit welchem Rollenselbstverständnis man tätig ist.

Gleisdorfs Kulturreferent Karl Bauer.

Wie verstehe ich meine Rolle in Gemeinschaft? Wie sehen das andere Leute? Karl Bauer ist Kulturreferent der Stadt Gleisdorf, also Funktionstragender dieser Kommune. Ich bin freischaffender Künstler. Das sind zwei höchst unterschiedliche Positionen innerhalb eines Gemeinwesens, zusätzlich dadurch konturiert, daß wir aus völlig verschiedenen Milieus stammen.

Bauer kommt aus der agrarischen Welt, wurde in der Familie zum ersten Akademiker. Ich bin ein gewesener Lehrbub aus dem Grazer Sozialbau. Wo wir uns heute im Gleisdorfer Kulturgeschehen begegnen, geschieht das mit einigen gemeinsamen Interessen, aber mit vollkommen verschiedenen Auffassungen von Rollen und Rollenkonzepten.

Solche Kontraste haben einen speziellen Aspekt. Am 8. Mai 2025 standen Bauer und ich in Gleisdorfs großem Kinosaal vor Publikum, um auf den 8. Mai 1945 zurückzublicken. Im Juni darauf besuchten wir die Konferenz „Peace in Crisis“ auf der Burg Schlaining. Das sind zwei von mehreren Beispielen, zu denen ich im Rückblick notiert hab: „Was uns trennt, finden wir leicht heraus. Aber was teilen wir dann noch?“

Da besteht nun zwischen uns Konsens, wir sollten uns genau diesen Aspekt genauer anschauen. Übern Sommer nachdenken, im Herbst prüfen, was dabei herausgekommen ist.

+) Gleisdorf: Kulturpolitik