Gutenberg-Galaxis

Ich hab beim Nachdenken über das mögliche Verhältnis zwischen Autor und KI gleich einmal begonnen, meine Handbibliothek aufzuräumen.

Sowas bietet mir keine KI.

Zwar nutze ich Suchmaschinen für die Recherche zu anstehenden Themen, aber Bücher sind mir dabei absolut unverzichtbar.

Die Gutenberg-Galaxis bietet mir nicht bloß sehr stabile Datenträger, sondern auch ein Zertifizierungs-System mit enormer Tradition. Egal, ob ich gerade Ernst Bruckmüllers „Sozialgeschichte Österreichs“ brauche, ob ich in „Die Schlafwandler“ von Christopher Clark etwas nachschlage, ich finde die Denkweise und die wesentlichen Positionen der Autoren gut dokumentiert.

Ich kann in Quellenverzeichnissen nachschauen, an welchen Überlegungen sie ihre Ansichten überprüft haben. Schließlich gibt meine eigene Hausbibliothek auch mir selbst Auskunft, woran ich mein Denken geschult habe.

Wenn heute Legionen von Lesenden auf solche Art der Ausstattung eines geistigen Lebens verzichten, oder wenn sie – EDV-gestützt – geistiges Leben überhaupt bloß simulieren, dann habe ich das den Large Language Models anzukreiden, jenen verschiedenen KI-Systemen, die heute verfügbar sind?

Dieser Art von Alarmismus kann ich nicht folgen. Aber mich interessiert durchaus, womit genau ich es in der KI-Frage zu tun habe. Deshalb bin ich mit „Die hybride Redaktion“ nun in der Projektphase III einer Erkundung angeklangt: Die Projekt-Leiste.

[Netzkultur] [Der Text bei Linkedin]