Gleisdorf: Wertesysteme?

Am 25. Jänner 2026 war der „Sparkurs in Gleisdorf“ ein Thema: „Was ist uns das kulturelle Leben noch wert?“ (Kleine Zeitung). Im gleichen Blatt am 23. März 2026: „Debatte im Gleisdorfer Rathaus: Wer zahlt den Preis für die Kunst?“

Mai 2026: Im „Archipel“ herrscht Betriebstemperatur.

Am 26. März 2026 hieß es in der WOCHE: „Ein Diskussionsabend rund um die Zukunft von Gleisdorfs Kultur“. Für den 16. Juni 2026 avisiert die ARGE KULTURPAKT eine „2. öffentl. Diskussion im Festsaal“ zum Thema “Was ist uns die Kultur wert?”

Diese Frage hat das Zeug zum Evergreen. Am 20.11.2020, also mitten im ersten Corona-Jahr, referierte die Brandenburgische Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke: „Was ist uns Kultur wert?“ Am 06.06.2023 fragte man beim Hessischen „Bund der Steuerzahler“ (BdSt): „Was ist uns Kultur wert?“ Beim NDR hieß es am 04.02.2025: „Was ist uns die Kultur wert?“ Im Schweizer Magazin „thurgaukultur“ hieß es am 12.01.2026: „Was sind uns Kunst und Kultur wert?“

Das Thema grassiert im Raum Gleisdorf, seit Mitte November 2025 unübersehbar wurde, daß die Kommune in eine massive kulturpolitische Krise geraten war. Krise bedeutet: Nun stecken wir in einem Umbruch an einer Stelle, hinter die wir alle nicht zurückkehren können.

Also ist zu klären: Haben wir die Kompetenzen, diesen Umbruch Richtung Katharsis zu lenken? Wird es eher Richtung Katastrophe gehen? Folglich bleibt zu klären, wer jetzt mit welchen Ideen welche Schritte setzen wird.

Teamwork als einer der Schlüssel zur Autonomie.

Im Blatt „Der Standard“ hieß es schon im September 2025: „Welche Kultur ist eigentlich ‚unsere‘?“ Sehr gute Frage! Wenn wir da nicht ausreichend genau sind, um einander klarzumachen, was mit welchen Begriffen gemeint ist, kommen wir aus dem Debattern vermutlich nicht heraus ins (gemeinsame?) Handeln.

Außerdem sollten wir, um Lösungen zu finden, präzisieren können, was genau der Fall ist. So habe ich etwa gestaunt, als Schauspielerin Alice Morsch in der WOCHE mit folgender Aussage zitiert wurde: „Wir hätten das gesamte Rathaus mit Leuten füllen können, die ihre Karriere im Kulturkeller begonnen haben und heute zum Teil namhafte Künstler sind.“

Ich kenne den hiesigen Betrieb nun seit rund 40 Jahren. Da wüßte ich doch gerne, wer mit diesem Satz gemeint ist, denn ich schätze, mit Kulturkeller-Novizen, die im Kulturbetrieb auffallend reüssiert haben, ließe sich im besten Fall das Büro des Bürgermeisters füllen.

Wer deklariert sich offen?
Unsere „Konferenz in Permanenz“ hat unter anderem folgende Klarheit gebracht; Zitat Bürgermeister Christoph Stark: „Wir haben uns derzeit auf die Eventkultur konzentriert. Zeiten werden sich ändern. Dann werden auch wieder andere Prioritäten möglich sein.“ [Quelle]

Das kann man im aktuellen Kulturprogramm der Kommune bestätigt finden. Wenn wir dann „unsere Kultur“ sagen und eine Wertfrage stellen, sollten wir auch erörtern, was wir, die primären Kräfte der Region, selbst zu tun gedenken, um die Krise abzufangen. Was sind uns Kunst und Kultur wert. Möglicherweise finden wir dann gemeinsame Interessen, die zu tauglicher Kooperation führen.

Was von der Kommune zur Kofinanzierung beschlossen wurde.

Es wird ja in meinem Metier ja recht oft und gerne von Vernetzung gesprochen. Wir haben das im „Archipel“ eben exemplarisch durchgespielt. Für das Projekt „Mini Fabula“ und die Präsentation „artgerecht“ haben rund 40 Kunst- und Kulturschaffende ihre Kräfte gebündelt. Sie können sich hier ansehen, was sich auf die Art mit ausschließlich privaten Mitteln bewegen ließ: [Dokumentation]

Daher mein Vorschlag. Bitte konkret werden! Ich würde gerne genauer erfahren, mit welchen Vorstellungen aktive Leute der Region welche kulturellen Konzepte verfolgen und in welche Praxis bringen möchten. Ich würde auch gerne wissen, aus welchen kulturpolitischen Positionen das geschieht.

+) Gleisdorf: Kulturpolitik (Übersicht)
++) Konferenz in Permanenz: 28/04/26
++) Mini Fabula (Zur Sache des Buches: ein Vorhaben)
++) artgerecht: Die Dokumentation
++) Wie geht es weiter? (Status quo April 2026)