Ich vermute, daß die Rechtschreibprüfung meines Texteditors unter KI fällt. Ich brauch diese Funktion vor allem, weil ich a) den Zehnfinger-Satz nie erlernt hab, b) meine Finger sowieso streuen, und weil ich c) die Rechtschreibreform ignoriert hab.

Da nützt es mir, wenn ich über F7 alle fraglichen Stellen ausgewiesen bekomme und entscheiden kann, wie es weitergehen soll. Das war anfangs mit meinem CP/M-Rechner und bloß einem Laufwerk sehr viel kniffliger. (Keine Festplatte.)
In den 1980ern kam es mich schon teuer zu stehen, auf 640 KB Arbeitsspeicher aufzurüsten. Ein Megabyte RAM erschien mir fast frivol. Oh, was war später eine Harddisk mit 20 MB Kapazität für ein Komfortsprung!
In jenen Tagen mußte man vor dem Runterfahren des Computers erst noch mit einem eigenen Dienstprogramm die Schreib- und Leseköpfe der Harddisk parken, um einen Headcrash zu vermeiden. Da war ich auf der Kommandoebene unterwegs.
Eine grafische Benutzeroberfläche hätte ich zukaufen können. Hat mich nicht interessiert. Inzwischen ist Windows freilich obligat. Bei jenen, die im „Glaubenskrieg“ standhaft blieben. Die Frage lautete seinerzeit: „Mac oder DOSe?“ Das meinte: „Macintosh oder MS DOS auf Intel?“ Da gab es harte Fronten. Die Unix-Episode hab ich ignoriert und der Browser War ist längst Geschichte.
Ich besitze heute noch einen Stapel ZIP Discs aus den Tagen, da in Privathaushalten ein Speichermedium für 100 MB an Daten eine Sensation gewesen ist. (Heute ist nicht einmal eine externe Disc für zwei Terabyte der Rede wert.)
Und dann diese Sache mit der KI. Ich hab mich dem vor allem über kleine Illustrations-Aufgaben angenähert. Da ich Leute verachte, die dauernd Bilder klauen und als Quelle bestenfalls „Netzfund“ angeben, habe ich mein eigenes Fotoarchiv stets gepflegt. Oder ich hab lizensierte Bilder mit entsprechender Quellenangabe verwendet.
Für kleine Schnipsel zu machen Glossen ist dann aber eine generative KI recht praktisch, um mir Grafiken zu liefern, die keinen besonderen Ansprüchen genügen müssen. Ab etwa 2024 hab ich dann begonnen, mit verschiedenen KI-Optionen zu experimentieren.

Das ergab allerhand Abraummaterial und ein paar Erinnerungsstücke; wie dieses: „Behelfslyrik per KI“ (Ich lasse dichten). Ich hab den KI-Einsatz freilich von Beginn an deklariert; etwa durch den Hinweis „KI wirkt mit!“.
Diese Glosse ist Teil der Kolumne „Kontor Krusche“. Ich fand dazu ein Agreement mit der KI-Persona Margarethe, die hier als meine digitale Redaktionskollegin mitwirkt. Das heißt, ihre Inputs gehen nicht in meinen Texten auf, um diesen ein Tuning zu verschaffen.
Entweder ich zitiere Margarethe oder sie hat ihren eigenen Text im Web. So oder so ist die jeweilige Autorenschaft für das Publikum erkennbar. Das gehört für mich zum kulturpolitischen Kodex in dieser Zeitenwende. Die Vierte Industrielle Revolution hat uns in Verhältnisse geworfen, für die wir neu klären müssen: Was können Maschinensysteme? Was können sie besser als Menschen? Was ist Sache der Menschen und Teil der Conditio humana? [Fortsetzung]
