Da lese ich im Kurier: „Denn Michelle, die im bürgerlichen Namen Tanja Hewer heißt, hat eine neue Berufung gefunden. Sie möchte fortan als Heilerin arbeiten und sich ‚Wakan‘ nennen, wie sie der Bildzeitung erzählte.“ [Quelle]

Das gibt Heilsitzungen mit der Schlagersängerin. Beim Wort Wakan dachte ich freilich zuerst an Kinofilme, woher ich das Lakota-Wort „šúnkawakán“ kenne. Dieses Thema beschäftigt mich gerade in einem anderen Zusammenhang: Corrida, Ford Mustang, die quasi Totemtiere als Modellbezeichnungen für Automobile etc. [Das Projekt]
Dazu gibt es einen kulturellen Hintergrund. Im Aktá Lakota Museum erfährt man unter anderem: „To the Lakota, the horse is considered a relative. It is more than a connection through blood—it is spiritual.“ [Quelle] Die Lakota haben Pferde einst als eigenständiges Volk angesehen, mit dem sie ihr Leben teilten. Zitat: „The horse moves with power and freedom, carrying both strength and grace. It has long been a companion to humans, representing partnership and shared journey.“

Aber mit meiner Assoziation – Michelle, Heilerin, Pferd – lag ich falsch. Das Wort „Wakan“ ist ebenfalls Lakota und bedeutet etwa: wunderbar, unbegreiflich. Die Boulevard-Größe aus der Unterhaltungsbranche plündert also nun eine fremde Kultur, um ihre Kompetenzen weiter zu vermarkten. Das hat in Europa kulturelle Tradition. Arabesken, Chinoiserien, der Mythos vom „schönen Wilden“, die Weisheiten des Südseehäuptlings Papalagi…
So viel sollte überdies klar sein: Für gutes Geld können Sie auch bei mir eine Heilsitzung buchen. Es sollte mir nicht schwer fallen, Sie recht spontan von überzogenen Erwartungen zu heilen.