Auf der offiziellen Gleisdorf-Website heißt es in Sachen Kultur & Marketing: „Auch im Bereich Kultur hat Gleisdorf viel zu bieten!“

Was wissen wir nun? Gleisdorfs Marketing-Boss Gerwald Hierzi hatte bei der Montags-Session dargelegt, was nun alles nicht mehr möglich ist. Und das ist viel. Kurz, die Kommune hat eigentlich fast alles verloren, womit man das geistige Leben der Stadt über seine primären Akteure begleiten und verstärken könnte.
Spielstätten, Gelder und Personalressourcen sind radikal verringert. Einen Veranstaltungsbetrieb scheint es weiter zu geben. Vernetzungsarbeit? Themenarbeit? Inhaltliche Entwicklung wovon auch immer? Eher nicht.
Zu diesem Montags-Showdown gab es – soweit ich mich erinnere – keine einzige Idee, wie die Verwaltung nun im Auftrag der Kommune auf diese Situation reagieren möchte. (Stadtmarketing ist ja kein eigentlich Selbstzweck!) Habe ich inzwischen eine neue Idee gehört? Vielleicht sowas: „Wir haben beschlossen, mit den verbleibenden Mitteln folgendes zu tun, um der Ruf Gleisdorfs als Kulturstadt stabil zu halten.“
Die Verwaltung macht Pause. Und die Politik?
Kulturreferent Karl Bauer hat ebenfalls keinerlei Ergebnisse eines möglichen internen Nachdenkprozesses der Rathaus-Crew vorgelegen können. Er referierte einen Statuten-Entwurf für einen Verein, den es geben könnte (Konjunktiv!). Wozu? Um zu kompensieren, was die Stadt verloren hat.

Wieso kommt das von oben, statt von unten? Diesen Verein soll nun wer gründen und ihn repräsentieren? Was genau soll dieser Verein leisten? Wie hat die Kommune sich eine Kooperation mit dieser Rechtsperson vorgestellt? Ich kenne dazu kein Ideenpapier, kein Konzept. Weder „von oben“, noch „von unten“.
Wer für so einen Statuten-Entwurf (Diskussionsgrundlage) länger als einen Nachmittag braucht, sollte besser das Genre wechseln. Es ist ein Minimal-Job. Vor allem wenn man dafür a) Musterstatuten aus dem Netz heranzieht und b) Punkte exzerpiert, die zum Thema Kulturdrehscheibe im Papier „Maßnahmenkatalog zur Kulturstrategie 2030“ (Empfehlungen der steirischen Kunst- und Kulturszene für die Politik) stehen; etwa im Absatz „3. Regionale Kulturdrehscheiben – Soziale Verortung“.
Wurde überhaupt daran gearbeitet?
Was also hat jemand im Rathaus von Dezember 2025 zum Jänner 2026 am Thema und an der Problemlage gearbeitet? Es gibt dort immerhin einen Kulturausschuß (Politik) und ein Citymanagement (Verwaltung), beides dem Bürgermeister unterstellt. Von all diesen Ebenen hören wir, Gleisdorf sei eine Kulturstadt.
Demnach müßte ja, ganz unabhängig von den Vorhaben der Zivilgesellschaft, die Rathaus-Besatzung ein Konzept haben, wie es unter den veränderten Rahmen- und Budgetbedingungen mit dem Gleisdorfer Kulturbetrieb weitergehen soll. Eine Kabarett-Serie und ein paar Musical Fridays? Wirklich? Wir haben nun Mitte Februar 26 und ich kennen keinen Hinweis auf eine zitierbare politische Reaktion im Rathaus.

Gibt es wenigstens eine Prioritätenliste der vorrangigen Themen? Die Stadt, die Region und das Land im Verhältnis zu Europa und zur Welt. Ein zuständiges politisches Gremium im Rathaus heißt ja: „Ausschuss für Kultur, Marketing, Tourismus und Internationales“: [Link]
Kommt von dort noch ein Input? Was ferner den „Kulturpakt Gleisdorf“ angeht, ist es jetzt eigentlich schon völlig egal, daß die Page „Kooperationspartner des Kulturpakt Gleisdorf“ [Link] aus dem Jahr 2014 stammt. [Fortsetzung]
+) Gleisdorf: Kulturpolitik (Übersicht)