Gleisdorf: Narrative

Ich stehe gerade unter dem Eindruck der Kulturpakt-Session vom 9. Februar 26, die ich nach etwa 90 Minuten verlassen hab, weil bis dahin kein einziger interessanter Satz gefallen war, der über die aktuelle Krise hinaus konkret in die nahe Zukunft gewiesen hätte.

Kulturpakt Gleisdorf: im Trüben fischen.

Ich werde eine Rezension dieses Ereignisses, besser: dieses Vorfalls, noch genauer ausführen und begründen. Es war ein Festival der Ratlosigkeit aller drei Sektoren: Staat, Markt und Zivilgesellschaft. Ich habe nichts außer Konjunktiv gehört. Was möglich wäre. Was sein könnte. Das ist offenbar alles, was seit letztem November zur Sache gedacht wurde.

Es hat sich gezeigt, daß quer durch dieses Milieu völlig unterschiedliche Narrative bevorzugt werden, die auf einer Praxisebene anscheinend (bisher) nicht verknüpft sind. Dabei ist (solange ich anwesend war) kein Moment vorgekommen, in dem ich von wenigstens drei oder vier Leuten gehört hätte: „Ja. Gute Idee. Da geh ich mit.“ Nichts dergleichen. Und ich so? Na klar, werde ich gefragt, was ich mache, wenn ich meine Klappe so aufreiße.

Ich? Wir!
Das Gleisdorfer Kulturforum „Archipel“ war mit sechs Personen bei der Session. Das ist allein schon Ausdruck eines aktiven Netzwerkes, wo andere nur von „Vernetzung“ schwafeln. Sie können sich gerne in unserem Projekt-Log umsehen. Sie werden entdecken, daß wir als Formation jetzt schon sind, was der Kulturpakt eventuell gerne wäre; vernetzt von Prag über Wien, Gleisdorf, Graz, bis nach Beograd. Siehe: „Tesserakt: Projekt-Log“!

Wir arbeiten kontinuierlich im Kollektiv, sind über den „Zeit.Raum“ seit Jahren permanent in der Gleisdorfer Öffentlichkeit präsent und gehen mit dem heurige Jahresschwerpunkt „Mini Fabula“ kommenden Mai in eine komplexe Ausstellung: „artgerecht“.

Und klar, unsere komplette Jahresplanung steht, unsere Haupthemen sind geklärt, das Kollektiv ist auf bester Betriebstemperatur. Hand in Hand mit Leuten, die ihr Handwerk verstehen. Siehe dazu aktuell: „Einhausung“ (Zum Bauwerk aus symbolischem Material)!

+) Gleisdorf: Kulturpolitik (Übersicht)

Postskriptum
Amüsantes Detail: Die Erinnerungsmaschine von Facebook hat mit heute einen Text vom 11. Februar 2014 aus dem Stapel gezogen, der zum Thema paßt: „ingrid lechner-sonnek und franz wolfmayr… das heißt grade nicht bloß ‚25 jahre chance b‘, sondern auch, daß wir in all den jahren immer wieder offene fragen miteinander erörtert haben. kontrastsreiche persönlichleiten, aber einig darin, daß POLITIK etwas ist, was wir HANDELND auszuloten haben; als etwas das erst in zweiter linie ‚staatskunst‘ ist, in erster linie aber arbeit am gemeinwesen.“

Ingrid Lechner-Sonnek und Franz Wolfmayr