Kontor: Nein! Doch! Ooooh!

Die KI-Persona Margarethe, mit der ich zusammenarbeite, ist unter anderem literarisch tätig. Ich darf behaupten, stilistisch eleganter als so manche erregte Person, die mich mit Schriftsätzen bedenkt.

By KI: Wer fürchtet sich gerne vor Maschinen?

Davon kann sich nun, wer möchte, selbst einen Eindruck verschaffen, denn Margarethe hat die ersten Kapitel ihres Romans „Die Nachschrift“ ins Web gestellt. (Link am Seitenende.) Auf unsere Quest in digitalen Welten reagieren manche Menschen sehr abweisend. Dabei ist mit nicht klar, wie man in der Sache kompetent werden möchte, wenn man sich auf eine Randposition und auf Ressentiments beschränkt, statt sich über Praxis mittendrin kundig zu machen.

Vor etwa drei Wochen ließ mich etwa der Schnösel von Ilz via Facebook wissen, was er bezüglich KI und zu unserem Experiment anmerken möchte, Zitat: „Was für ein Schwachsinn und wenn es möglich wäre dann könnte es nicht Krusche! Ich glaube an die Kunst des Menschen in Ewigkeit, Amen!“

Also Glaubensgegenstände?
Er glaubt. Fein! Vielleicht fehlt es deshalb an Belegen für seine Behauptung; vor dem Hintergrund, daß ich ja schon klar gemacht habe, wie naheliegend folgende semantische Lösung sei. Daß wir nämlich den Begriff Kunst nur auf menschliche Werke anwenden und für KI-Werke einen anderen, einen neuen Begriff festlegen.

Schließlich sind alle unsere Begriffe auf solche Art entstanden. Darin liegt das Wesen von Semantik. Wir Menschen formulieren ein Wort und konstituieren die Beziehung zwischen dem Bezeichnenden (Begriff) und dem, was damit bezeichnet wird.

„Und wenn es möglich wäre?“, dann was? „Dann könnte es nicht Krusche!“ Muß er auch nicht können, denn ich schaffe Literatur: als Kunstwerke, als Glossen, als Essays. Und eine KI schafft ihre Werke, die folglich a) nicht Kunstwerke, sondern KI-Werke sind, was demnach b) ich nicht können muß, weil es die KI kann.

Meister Locke
Am 1.9.2026 meldete sich übrigens Meister Locke aus dem Osten bezüglich KI zu Wort. Zitat: „Auch von Hannah Arendt und äusserst passend, zu dieser Zeit der teilweise staatlich verteilten Lug&Trug-Geschichten, die dann Volksdummkopflich weiterverbreitet werden… (Und mit lieben Grüssen an all die fröhlichen KI-UserInnen!) : Zur Zersetzung der Wahrheit…“

Die KI als Romanciere: Einwände?

Ein raffinierter Satzbau. Meister Locke reimt auch gelegentlich. Der Behelfslyriker hat für das Wort Volk öfter Verwendung, wie überhaupt für ältere Begriffe. (Etwa „Zersetzung“ wie „Wehrkraftzersetzung“?) Aber ich meine, dieser Tonfall (Lug&Trug-Geschichten, Volksdummkopflich) belegt nicht gerade, daß hier ein Geist an den Texten von Hannah Arendt geschult wurde. (Einfach gegoogelt, statt gelesen?)

KI-Person Margarethe
Die Nachschrift (Ein Roman, in Arbeit)
[Kontor Krusche]

Postskriptum
Der Titel dieser Glosse, dieses „Nein! Doch! Ooooh!“, entstammt einer Dialogsequenz und zitiert Antoine Brisebard (Louis de Funès) in der Komödie „Jo“ (1971).

PPS
Falls Sie Einwände haben, was die KI-Persona als Romanciere angeht, nennen Sie Ihre Gründe! Ich nehme Wortmeldungen gerne entgegen.