[Vorlauf] Unruhe im Gebüsch. Die Buschtrommeln lassen mich wissen, was im Milieu von meinen Rezensionen der Krisenbewältigungs-Aktionen in Sachen Gleisdorfer Kulturpolitik gehalten wird.

Unter meinen Leuten gib es reichlich Diskurskraft, die aber vorzugsweise nicht auf die eigenen Belange angewandt wird. Ob landesweite Kampagnen zur steirischen Kulturpolitik, ob „Kulturpakt Gleisdorf“, ich erlebe stets, daß eine Legion Kunst- und Kulturschaffender sich als kritisch denkendes Potential hervortut.
Fein! So gibt es Debatten zur Mediensituation, zur Budgetsituation, zu politischen Kräftespielen der verschiedenen Lager, zu Putin, Trump und Bundespräsident, zur Sicherheits- und zur Weltpolitik. Aber auch Wirtschaftstreibede, Umweltbeauftragte oder Personal der Wissenschaft bekommen aus unseren Reihen, Befunde zugestellt, Corona und „Lügenpresse“ werden bis heute auch in meinem Milieu behandelt.
Bloß was unser eigenes Metier angeht, was das eigene Milieu betrifft, schwächelt dieser kritische Geist eklatant. Da wird gerne verkündet statt begründet. So als ob wir mit dem Denken aus dem vorigen Jahrhundert momentan noch auskommen würden und die Grundlagen nicht neu klären müßten.
Außerdem kann es zwischendurch strenge Solidaritätsrufe geben, wie auch gerne eine halbwegs kohärente „Szene“ behauptet wird; woran ich übrigens nicht glaube. Die Sache mit der „Solidarität“ ist mehr Mythos als Realität, wird zwar gerne beschworen, doch die Belege dafür sind dünn gesät.
Wie ich das behaupten kann? Anno1975 war ich noch ein Rookie im Kulturbetrieb. Aber ich hatte mich schon auf den Weg gemacht, um in der Kunst zu leben. Ab 1977 war ich Freelancer und so, man könnte sagen, dem steirischen Kulturbetrieb in teilnehmender Beobachtung verbunden.
Dazwischen verbrachte ich ein paar Jahre in Hamburg und Berlin, von wo ich starke Eindrücke mitgebracht habe, was man sich unter „Subkultur“ und „Underground“ vorstellen kann. Meine Kriterien zur Betrachtung des Kulturbetriebs sind demnach fundiert. Aber ich lasse mich gerne belehren, falls es wer besser weiß. Das geht jedoch nicht mit Argumenten zu meiner Person, sondern verlangt Argumente zur Sache. Und: Nennen Sie ihre Gründe!
+) Gleisdorf: Kulturpolitik (Übersicht)