Spielstätten und Leerstände I

Was im „Archipel“ bevorzugt wird, hatte ich schon in den lebhaftesten Zeiten von „Kunst Ost“ bestimmt. Wir investieren unsere Kräfte nicht in eine eigene fixe Spielstätte.

Zweit.Raum, Episode 63: Sascha (Joachim Karner)

Wir nutzen vorhandene Räume temporär in Absprachen mit den Eigentümerinnen und Eigentümern. Dadurch können die wesentlichen Teile unserer eigenen Kraft und Ressourcen in die Programme gehen, ohne uns mit Fixkosten für einen Spielstättenerhalt quer durch das Jahr zu belasten.

So wurde am 8. Mai 2021 von Monika Lafer die erste Episode im Zeit.Raum gezeigt, basierend auf einer bis heute haltenden Übereinkunft mit Unternehmerin Barbara Schäfer. Eine ungewöhnlich langfristige Vereinbarung. Davor hatten wir in Absprache mit Schäfer schon etliche Sessions im „Ein.Raum“ realisiert.

Wir haben in den letzten 20 Jahren unzählige solcher Schritte gesetzt. Auf verschiedenen Ebenen der Absprachen und der Organisation. Ob 2003 „Ein Fenster im Zentrum der Stadt“, ob 2007 in einer frei stehenden Vitrine, ob 2017 in einer Vitrine im Foyer der Volksbank. Im Rahmen von „kunst O.ST: ein L für die kunst“ hatten wir ein Stück Innenstadt zur „Galerie“ gemacht.

Das Foto auf dieser Page stammt von aktuellen Episode im „Zeit.Raum“, die von Joachim Karners Interpretation eines Meilensteins der Automobilgeschichte handelt, vom 1922er Austro-Daimler ADS R „Sascha“.

Ferdinand M. Lanner (bei seinem Morgan Roadster) 2019 als Gast in der Gleisdorfer Pension Messner, die es inzwischen nicht mehr gibt.

Solche Momente ergeben dann oft weiterführende Informationen wie in diesem Fall. der aufschlußreiche Kommentar von Ferdinand M. Lanner: „Wenn ich das Auto sehe, denke ich immer daran, dass damit ein Team (4 Autos) mit je 2 Personen auf eigener Achse von WienerNeustadt nach Sizilien reiste, dort die Targa Florio fuhr und anschließend wieder zurück nach Hause auf damaligen Strassen: Schotter, manchmal Pflaster, mehr Pferde-Fuhrwerke und bepackte Esel als Autos, durch Dörfer, über Berge und durch wilde Gegenden. Ohne Tankstellennetz und selten Werkstätten, eher Schmieden oder Schlossereien, ohne große Kenntnisse von Autos. Abenteurlustige Selfmade Men.“

Lanner ist ein hochrangiger Experte und besitzt ein bedeutendes Archiv zur Technologie- und Automobilgeschichte Österreichs: „Die Zuckerfabrik 24“.
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