Gleisdorf: Arbeitseinheit oder Plauderpartie?

Wenn ich ein zweites, ein drittes Meeting erlebe, in dem der Obskurantismus waltet und eigentlich nichts so richtig auf den Punkt kommt, halte ich für geklärt, daß ein Unternehmen grade den Bach runtergeht.

Kulturpakt: Festival der Einzelinteressen oder produktives Branchen-Treffen?

Und zwar nicht, weil die Zeiten wieder einmal schwierig sind, sondern weil tonangebende Leute auf dem Set ihr Handwerk nicht verstehen. Es ist ja keine redliche Position, der Welt zu verkünden: „Was ich mache ist wichtig. Also bin ich wichtig. Räumt mir gefälligst die Steine aus dem Weg!“

Als Unternehmer wäre ich mit dieser Haltung die Lachnummer der Branche. Weshalb sollte das im Kulturbetrieb anders sein? Aber der Reihe nach! Um eine Krise zielführend bearbeiten zu können, brauche ich einen stichhaltigen Befund: „Was genau ist das Problem?“ Ich brauche gute Gründe: „Weshalb soll es das geben, was ich anzubieten hab?“ Ich brauche eine Idee, wohin meine neue Anstrengung führen soll: „Was ist unter den gegebenen Bedingungen a) wünschenswert und b) erreichbar?“

Die Klärung solcher Fragen fehlt mit in der kulturpolitischen Krise Gleisdorfs vorerst völlig. Da ist seit November 2025 nichts vorangekommen. Jetzt haben wir März 2026. Ich nehme an, wir haben uns in der Stadt noch nicht einmal Klarheit verschafft, auf welche Teilbereiche Engagement und Gelder angewandt werden. Das würde ebenfalls nach Auskunft verlangen: „Mit welcher Gewichtung werden verfügbare Mittel eingesetzt?“

Eine kleine Liste. Ich reihe die Genres alphabetisch, um in dieser Aufstellung erst einmal keine Hierarchie zu schaffen.
+) Entertainment
+) Gegenwartskunst
+) Hobbykunst (Voluntary Arts)
+) Kunsthandwerk
+) Marketing
+) Popularkultur
+) Volkskultur
+) Wissens- und Kulturarbeit

Wie sollen nun Budgets, bezahlte Dienstleistungen, unbezahlte Arbeiten, Infrastruktur und Öffentlichkeitsarbeit in welchem Maß auf welches Genre angewandt werden? Ohne das zu klären bleiben diverse Kulturstammtische bloß Plauderrunden, in denen – wie ich erlebe – einzelne Leute ihre Partikularinteressen vertreten. (Siehe dazu auch: „Genres und Intentionen“!)

+) Gleisdorf: Kulturpolitik (Übersicht)