Gleisdorf: Wo woar mei Leistung? II

[Vorlauf] Was möchte ein Kulturnetzwerk sein und bewirken, bei dem sich auf Anhieb kein Beispiel dafür finden läßt, daß auch nur irgendwer innerhalb des Netzwerkes von sich aus mit ein, zwei anderen Members die Zusammenarbeit gesucht und zu irgendeinem Thema einen Akzent gesetzt hätte?

Mai 2013: Auftakt der Kooperation Staat/privat.

Ich frage das im Sinn jener regionalen Wirkung, die laufend betont wurde, daß also etwa (erfundenes Beispiel) eine Kulturinitiative in Pischelsdorf und eine in Markt Hartmannsdorf zu einem relevanten Thema gearbeitet und das künstlerisch umgesetzt hätte, vorzugsweise mit einer Station in Gleisdorf, also in einer vernetzten Aktion.

Welche Impulse sollen demnach in einer Region gesetzt worden sein, in der ich für über ein Jahrzehnts kein konkretes Kulturpakt-Beispiel finde? (Außer einiger top down organisierten Meetings.) Heißt das eventuell, hier will sich eine „Szene“ überhaupt nicht vernetzen, sondern erwartet bloß Serviceleistungen von öffentlicher Hand? War das die eigentliche Funktion des „Kulturpakt Gleisdorf“? Nämlich ein Service für private Kulturinitiativen?

Bitte um Fakten!
Man möge meine Mutmaßungen widerlegen. Ich lasse mich gerne belehren und harre der Fakten, die eventuell genannt werden können. Ich finde derzeit aber keine Belege in solchem Sinn. Auf der offiziellen Gleisdorf-Website lesen ich:

„Der Kulturpakt Gleisdorf ist nicht nur eine Plattform, über die Künstler und Kulturschaffende für die Bürger der Region sichtbar werden können, sondern stellt auch einen Kooperationspartner für Unternehmen, Sozialbetriebe, Vereine, Organisationen und Privatpersonen dar.“ (Quelle: „Kooperationspartner des Kulturpakt Gleisdorf“)

Daß sich zu dieser rund ein Jahrzehnt alten Page nie etwas Neues notieren ließ, ist eine Kuriosität für sich. Immerhin gibt es Belege, daß in Gleisdorf Kunst, Wirtschaft und Wissenschaft zusammenfinden können. Bloß nicht im Rathaus, wie es scheint.

Oder wurde da je ein Konzept erarbeitet, mit der Basis abgestimmt, um bei der Wirtschaft auf Akquise zu gehen? Da sollten Kulturleute ja von sich aus aktiv werden, denn es kommt eher nicht vor, daß Geschäftsleute einem Künstler die Tür einrennen.

Rathaus: Schweigen
So ist es auch staunenswert, daß die aktuelle Krise der Gleisdorfer Kulturpolitik spätestens Mitte November 2025 unübersehbar war, aber der zuständige Fachausschuß im Gemeinderat hat sich bis heute, Mitte März 2026, dazu nicht geäußert . Da sollte das Etikett „Kulturstadt Gleisdorf“ eventuell überdacht werden.

Doch was ist mit der Basis, mit den primären Kräften, also mit den Kunst- und Kulturschaffenden, die als Kulturpakt-Members bisher Leistungen unterschiedlicher Art bezogen haben? Das frage ich mich auch als Bürger der Stadt: Was haben wir davon, wenn verschiedene Ressourcen der Stadt da draußen, in der Region, konsumierbar sind, aber es kommt nichts zurück? Immerhin war der Kulturpakt auch jenseits der Kleinregion Gleisdorf wirksam. [Fortsetzung folgt!]

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