Ich hatte mir vorgenommen, im Spektrum von Ereignissen der letzten Jahren zu erkunden, wie weit der Haß gegen Frauen in konkreten Taten gehen kann.

Ich wollte das für mein Nachdenken anschaulich haben und war dann etwas erschrocken, wie düster ist, was ich gefunden hab. Vorweg, ich gehe davon aus, daß es uns allen gegeben ist, im Affekt die Grenzen der Mitmenschlichkeit sehr weit zu überscheiten, unter manchen Bedingungen sogar jemanden zu töten. Ich vermute, es ist Teil der Conditio humana, dieses Potential zum Totschlag in sich zu tragen.
Dagegen halte ich den intendierten und entsprechend organisierten Mord für eine andere Kategorie. Dazu mußte ich nicht besonders schlau sei, denn diesen Unterschied machen unsere Gesetze. Was aber die Unterscheidung zwischen Morden und Femiziden angeht, hinken unsere Debatten noch merklich hinter der Realität her.
Ich lasse also die gefundenen Maximalgrausamkeiten noch etwas in der Schublade und hole mir von einer Frau mit großer Sachkenntnis einige Kriterien. Die forensische Psychiaterin Adelheid Kastner stellte (laut einer Aussendung der Austria Presseagentur) fest: „Die Zahlen für Femizide seien seit Jahren, wenn auch auf traurigem Niveau, mehr oder weniger konstant.“
Und das vor einem bemerkenswerten Hintergrund, die die Gerichtsgutachterin sagt: „Wir haben in Österreich eines der besten Gewaltschutzgesetze überhaupt und wir haben auch eines der besten Angebote für Frauen in prekären Situationen, die aus diesen Situationen heraus wollen…“
Es geht hier um ein breites Spektrum der Gewalt gegen Mädchen und Frauen, als dessen Ultima Ratio uns in Österreich der Femizid stets quer durch das laufende Jahr begleitet. Dazu einige Zahlen vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF):
+) Frauenmorde 2025: 16 Morde an Frauen, davon 16 Femizide
+) Frauenmorde 2024: 29 Morde an Frauen, davon 29 Femizide
+) Frauenmorde 2023: 28 Morde an Frauen, davon 26 Femizide
Zur Unterscheidung
In der laufenden Debatte gilt: „Nicht jeder Frauenmord ist ein Femizid“. Genauer betrachtet sind „Femizide“ (Femicides) „Tötungen von Mädchen und Frauen, die auf die patriarchale Machtmissverhältnisse und Diskriminierungen des weiblichen Geschlechts zurückzuführen sind.“ [Quelle]
„Österreich wird laut EU als ‚Land der Femizide‘ bezeichnet, weil generell mehr Frauen als Männer ermordet werden und weil Frauen von ihren Partnern/Expartnern und männlichen Familienmitgliedern ermordet werden.“ [Stop Partnergewalt]
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