Der Archäologe Gabriel Zuchtriegel sagte in einem Interview: „Die Erforschung der Vergangenheit ist ein Ausbruch aus dem Gefängnis der Gegenwart.“

Ein in mehrerlei Hinsicht anregender Satz. Da kann sich allerhand bewegen, wenn es einem ab und zu gelingt, aus aktuellen Denkweisen auszusteigen. Außerdem lohnt es sich, über Zeitschemata nachzudenken.
Was Gleisdorf angeht, ließe sich sogar ganz gut die römische Antike einbeziehen. In dieser Region gab es einst einen Vicus mit Betriebsstätten und Amphitheater, also eine kleinstädtische Siedlung. (Anzunehmen, daß hier auch eine nützliche Transport-Route durchführte.)
Aber die Gegenwart, das ist ja eigentlich nur der Augenblick. Der heutige Vormittag wäre demnach schon Vergangenheit. Freilich rechne ich im Alltagsdiskurs vieles, auch Gestriges, das grade noch auf vertraute Art da ist, zur Gegenwart. Was dann aber mit Baustellen verschwindet, Ersatz durch Neubauten erfährt, ist Vergangenes.

Diese Momente, das Vergehende und die Umbrüche, faszinieren mich. Die Befassung damit halte ich für unverzichtbar, wenn man sich regionale Wissens- und Kulturarbeit widmet. Daher ist unser „Archipel“ nicht bloß eine Kulturformation für aktuelle künstlerische Vorhaben.
Wir beachten auch die Hintergrundfolien dieses Geschehens, dessen Vergangenheit. Unsere „Werkbank“ im Austria-Forum bietet dazu Notizen und Albumblätter, um derlei Umbrüche zu dokumentieren: Gleisdorf (Ein Zusammenhang). Das bauen wir laufend aus.
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Weiterführend im Austria-Forum
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